Die Rote Olga - La Olga Roja
oder
"ich wollte schon immer ein Feuerwehrkrad werden"
El moto de bombero alemán, de La Viñuela / Málaga / España
In den letzten Jahren, besonders in 2009 und 2010 hatten wir mehrere Feuer, Flaechenbraende, enstanden durch Unachtsamkeit an der vorbeifuehrenden Landstrasse [Flugkippen etc.], in unmittelbarer Naehe zu unserem Grundstueck und Haus sowie denen unserer Nachbarn. Die Eintreffzeit der naechsten Feuerwehr liegt bei ca. 25 Minuten (14 Km Strasse und 280 Hoehenmeter lassen keine Formel I verdaechtigen Geschwindigkeiten zu). Der Loeschhubschrauber oder die CL 415 Flieger der 43. Grupo sind etwas schneller - falls diese geschickt werden.
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Als ehemaliger Feuerwehrstreiter kam mir die Idee der Anschaffung einer eigenen Tragkraftspritze (TS) [Gerät zur Brandbekämpfung], diese gibt es fuer kleines Geld im Ausverkauf der Bundeswehr. Die Wasserversorgung ist durch Pools (hat fast jeder hier) sichergestellt. Aufgabe ist ja nur das Fernhalten des Feuers von den Bebauungen bis die Profi Bomberos eintreffen.
Gedacht - getan
Eine TS 05/5 (50 l/min bei 5 bar) wurde angeschafft:
Dazu 4 x 15 m D Rohr (Schlauch), Ansaugschlauch mit Korb/Ruecklaufventil sowie ein Strahlrohr (Spritze) und ein Hohlstrahlrohr.
Das Ganze getestet und fuer zwar ausreichend aber doch etwas lasch befunden. Der Druck ist nicht so das Gelbe vom Ei, reicht jedoch fuer 1 D-Rohr im Schnellangriff.
Die ultimative Verbesserung waere hoehere Durchflussleistung und ein 2. Angriffsrohr im gleichzeitigen Betrieb.
Dank persoenlichen Groessenwahns soll also eine TS 2/5 (Tragkraftspritze mit Kreiselpumpe und einem Nennförderstom von 200 l/min bei einem Nennförderdruck von 5 bar) mit zusaetzlichem Verteiler C auf 2 x D Rohr her:
Technische Daten der TS 2/5:
Maße: Laenge 550 mm, Breite 440 mm, Hoehe 480 mm (mit
Tragegestell)
Motor: 148 ccm / 4,5 PS ILO L 152 (Magirus)
Einzylinder Zweitakt Ottomotor
in explosionsgeschuetzter Ausfuehrung
Gewicht: 40 Kg
Reversierstarter / Seilzugstarter
Kraftstoff: Benzin / Oelgemisch 1:25
Verbrauch: ca. 2,1 l/h (bei 4500 U/min)
Tankvolumen: 4,2 l
Arbeitsweise: Selbstansaugend (nach Vorfuellung bzw. Handpumpenentlueftung)
Foerderleistung : 200 l / min bei 5 Bar
Foerderhoehe: maximal 28 m
Saughoehe: 1,5 m / maximal 5 m
Anschluesse: Storz C Kupplungen auf Saug- und Druckseite
Diese TS 2/5 bringt statt 50 l/min gleich 200 l/min, bei 5 BarBetriebsdruck, und kann gleichzeitig 2 D-Rohre oder 1 C-Rohr versorgen.
Nur das Eigengewicht von ca. 40 Kg plus Schlauchmaterial warfen nun die Frage des Transportes auf. Im Falle des Falles stehe ich meist allein, bestenfalls zu zweit auf weiter Flur, in bergigem Gelaende. Meine persoenliche Kondition erreicht etwa 0,2 von 10 auf dem Schwarzeneggerindex.
Nun kommt die Initialzuendung durch eine alte Briefmarke:

und ein Museumsfoto:

Danke fuer das Foto des Originals an
www.fahrzeugmuseum-marxzell.de
Die gute Olga steht ja in relativ seltenem Gebrauch noch in Garage und koennte ja einige feuerbekaempfende Massnahmen tatkraeftig unterstuetzen. Fuer meine Ferntouren kommt dann das Boot wieder auf seinen rechtmaessigen Stammplatz.
Also werden Anfang Februar erste Ideen zum Umbau angekocht. Zur Monatsmitte, nach Ruecksprache mit denkseitig aehnlich gelagerten Kumpels, der geistige Fallout freigesetzt.... und hier dokumentarisch erfasst.
Wenn schon - denn schon / wat mut - dat mut
>dem Wahnsinn sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt<
Hier die Denkansaetze:*
* wurde bei der Fertigstellung auch so umgesetzt!
rot soll sie werden, die Olga
das Boot wird einer Plattform weichen
darauf die Pumpe und Material mit Schnellverbindungen befestigt
feuerwehrtechnisches Material:
TS 2/5 aus BW Bestand
(mehr oder weniger
neuwertig, das heisst; 30 Jahre und ? Betriebsstunden
4 x 15 m D-Rohr (25mm Durchmesser)
2 x 20 m C-Rohr (52mm Durchmesser)
1 C/D Verteiler
3 m C-Saugschlauch mit Rueckschlagventil + Korb
2 Kupplungsschluessel C/D
2 x HSR 100 l mit C Kupplung und D Adaptern
1 x Feuerwehraxt (Din 14900)
Arbeitshandschuhe, Helm, Pfeifen und Tabak fuer danach ;-)
5 Liter Kanister mit Benzin + 0,5 l Oel fuer 1:25 Geruchsverfeinerer
Gelblicht (in Suedspanien fahren die Bomberos mit
Gelb-, nicht mit Blaulicht)
der ITV (hiesiger TÜV) hat sogar nichts
dagegen
ein altes Pressluftmartinshorn kommt auch dran [fuer die Oeffentlichkeitsarbeit ;-) ]
der Soziussitz wird reaktiviert
Gepaecktraeger kommt auf den BW Kotfluegel
darauf wird ein Arbeitsscheinwerfer montiert
Fahrzeugdaten
Abkürzung (HsDIN*): LF 2/5 Kr
Land: Andalusien
Besatzung: 0/1/1
Tragkraftspritze:
2/5
Zul. Gesamtgewicht: 230 / 570 Kilogramm
Antrieb: Straße / Allrad
* Harry sagt; Das Ist Norm
Die Vorbereitungen

3. Februar Woche
Es nimmt Gestalt an,
Pumpe TS 2/5 ist gekauft und wird von einem Freund im PKW in 2 Wochen aus DE mitgebracht.
Die Kleinteile sind bestellt oder ins Auge gefasst.
Die Lackierprozedur und Montage ist fuer die Osterwoche avisiert, die Endmontage mit der Herstellung und dem Anbau der Geraete / Ausruestungshalter soll bei Guenter (seines Zeichens der spanische Generalimporteur von Ural) in seiner Werkstatt in Tarragona stattfinden...

Mitte Maerz
Die Pumpe ist nach diversen Verzoegerungen eingetroffen. Hier die Bilder, zum vergroessern anklicken:
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Sie, die Pumpe, war wohl schon oefter im Einsatz, also sind Standschaeden weniger zu erwarten.
Frisch ans Werk; die Filter gereinigt, Nadeln und Duesen entsuelzt, Sprit rein (das umweltfreundliche E 25 aus eigener Abfuellung), Seilstarter ziehen und - springt direkt an und verbreitet nebelgesaettigtes Trabbifeeling.
die
Handentlueftungspumpe ist sogar noch aus Messing und alles gut gefettet und
gaengig !!!!

Der Tank wird spaeter noch, in rot, lackiert. Hier die Bilder, zum vergroessern
anklicken:
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Beim Planenhandel noch schnell eine Haube bestellt, soll knapp 30 Teuronen kosten.
Ne Edelpumpe braucht ja auch nen Pelz :-)

4. Maerz Woche
So, Plane ist da, Geraet / Material auch:
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3. April Woche
Werkstatt Tarragona - bei Günter, am Samstag: Die
gute Olga wird entkleidet....
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Sonntag: Die Lackierarbeiten sind groesstenteils
abgeschlossen
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Montag: Kotfluegel montiert, Grundrahmen fuer die
Plattform angefertigt, Plattform geschnitten
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Dienstag Nachmittag: Plattform und Reservereifenhalter sind fertig und befestigt
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Dienstag Abend: Die Metamorphose zum Feuerwehrmotorrad;
alles montiert und betriebsbereit! Letzte
Restarbeiten werde ich zu Hause durchfuehren
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Donnerstag: Beladung
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... und das Schmankerl :-)
Kurzvideo der 1. Testfahrt (wmv 6 MB) >klick<
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