URAL-Geschichte

Die Ural Geschichte beginnt eigentlich damit, das die Rote Armee dringenden Bedarf an kriegstauglichen Gespannen hatte. Also wurde einige BMW R71 über Skandinavien in die damalige UdSSR verfrachtet. Dort wurden diese dann zerlegt und bis ins kleinste Detail kopiert. Eine andere Geschichte besagt das im Rahmen des Hitler-Stalin-Paktes, inoffiziell versteht sich, Originalzeichnungen und Gussmodelle ausgetauscht wurden. Wie dem auch sei in den letzten 60 Jahren wurden die Motorräder unter den Bedingungen einer sozialistischen Planwirtschaft technisch weiterentwickelt, während sie optisch fast noch ihrem Original glichen.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion sank die Produktion rapide. Spätestens nach der 1992 erfolgten Privatisierung, mussten zwangsläufig neue Märkte erschlossen werden um das Unternehmen weiterführen zu können. Da bot sich natürlich die Nostalgiesucht im ehemals feindlichen Westen an. Leider war die Qualität anfänglich nicht einmal annähernd mit dem gewohnten westlichem Standard zu vergleichen. Im Gegenteil, im neu entstandenen Russland sank das Qualitätsniveau aller Produkte so auch der Ural-Motorräder noch unter den "sozialistischen" Standard. Durch Umstrukturierung des Werkes ging es ab Mitte der 90er Jahre langsam aufwärts. Neue Modelle kamen auf den eigenen und internationalen Markt. So entstanden um 1997 herum Motorräder von teilweise recht eigenwilligem Design wie die "Voyage", eine Mischung aus Chopper, Tourer und Enduro sowie die "Cobra". Beide wurden recht frei den westlichen Choppern nachempfunden. Später wurden auch die Gespann-Klassiker technisch überarbeitet. So entstanden Versionen mit permanentem und seit neuestem auch mit zuschaltbarem Seitenwagenantrieb. Im Jahre 1999 wurden die Militärversionen in Tarnlackierung auch den westlichen "Zivilisten", wenn auch ohne das standesgemäße MG zugänglich. Im selben Jahr wurde auch die Ural "Wolf" vorgestellt, eine Solomaschine im Drangster-Stil. Die offizielle Markteinführung in Russland war Ende 1999.Trotz aller technischen Weiterentwicklungen wurde aber am bewährten Prinzip des luftgekühlten 2-Zylinder-Boxermotor festgehalten. Er wurde bisher in drei Hubraumgrößen gebaut 650ccm,720ccm und 825ccm.Seit Anfang diesen Jahres sind zwei überarbeitete Motorvarianten mit 500ccm und 750ccm (40PS) im Angebot. Die 500ccm-Variante ist nach Angaben des Exportleiters für jene Länder vorgesehen, in den Hubraumbeschränkungen für Motorräder bestehen. Wo auch immer das sein mag. Mittlerweile wird, zumindest auf dem europäischen Markt nur noch der 750ccm Motor mit Keihin-Vergasern und ungeregeltem Katalysator angeboten. Weitere Neuerungen im Modelljahr 2002 sind italienische Lenkerarmaturen und ein überarbeitetes Getriebe.

BMW-Gespann

Die Geschichte von URAL und auch von DNEPR beginnt in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts mit der Entwicklung der BMW R 71 in Deutschland. Aufgrund der noch intakten Beziehungen zwischen den beiden Diktatoren Hitler und Stalin gelangten 1939 5 Modelle der R 71 über Schweden in die Sowjetunion. Diese wurden zerlegt und bis ins Detail von den sowjetischen Ingenieuren kopiert. Es entstand der unmittelbare Vorfahre der URAL - die Molotow M 72. Ob nun BMW oder M 72 - die Straßen- und Wegeverhältnisse auf dem Kriegsschauplatz machten es den Fahrern auf beiden Seiten nicht einfach. Für ein Fahren während der Schlammperioden waren die Maschinen völlig ungeeignet.

 
Gefertigt wurde die M 72 zunächst in Moskau. Später, wegen der heranrückenden deutschen Wehrmacht, wurde das Werk demontiert und komplett in den Ural, nach Irbit, verlegt. Über 5000 Stück dieser Maschinen wurden während des Krieges gebaut. BMW-Gespann

Die Produktion erfolgte anfangs ausschließlich für das Militär. Erst in den 50er Jahren wurde auch ein ziviles Modell auf den Markt gebracht. In dieser Zeit wurde in Kiev ein zweites Werk errichtet. Eine nicht zu überhörende Meinung sagt, das es sich dabei um das als Reparationsleistung in Eisenach demontierte BMW- (nach dem Krieg EMW-) Werk handelte. Im Gegensatz zu den DNEPR-Modellen hatten die zivilen URAL-Maschinen anfangs keinen Seitenwagenantrieb. Dieser kam erst 1995 wieder hinzu (allerdings neu konstruiert).
Heute werden die Gespanne und Solo-Maschinen aus Irbit in die ganze Welt exportiert. In über 17 Ländern, unter anderem in Deutschland und den USA fahren mehr als 3,2 Millionen Maschinen. So viele Fahrer können nicht irren.