Verlust des Öldrucks

      Verlust des Öldrucks

      N'abend,

      viel Text und dann ein paar Fragen :o)

      Bei meiner Dnepr ging während der Fahrt die Ölkontroll-Leuchte an. Weil ich mutig weitergefahren bin, gab's zur Strafe links einen Kolbenfresser und -klemmer.

      Die 4 Lager haben alle Schaden genommen, die rauschen, die kommen neu. Die Nockenwelle sieht gut aus. Die Ventilstössel ersetze ich; einige haben Pitting, aber das hatten sie auch schon vorher. Kolben und Zylinder rechts sind unbeschädigt. Am rechten Pleuel ist auch alles ok: Kolbenbolzen im Pleuelauge ist ohne Spiel und Pleuelfuss dito. Das linke Pleuelauge benötigt eine neue Buchse. Der linke Pleuelfuss hat etwas Spiel, das "kippelt". Leider ist das linke Pleuellager etwas riefig, der Fingernagel kratzt beim rüberfahren. Mal sehen ob ich einen Motorenbauer finde, der das macht und was das kostet oder doch eine "neue" Kurbelwelle ...

      Die Achse des mitlaufenden Ölpumpenzahnrades ist stark riefig und ebenso dessen Buchse. Dadurch wackelt und kippt sie. Kann es sein, dass die Ölpumpe dadurch nicht mehr ausreichend gefördert hat? Ich habe aber nur die "normale" Menge feinen Abrieb in der Ölwanne und in der Zentrifuge gefunden, kann also nicht sagen, wie die Riefen entstanden sein könnten ...

      Bild1: Abrieb auf der KW hinter Zentrifuge
      Bild2: Abrieb aus der Zentrifuge
      Bild3: Zentrifuge

      Bild4: angekratzter Ölpumpendeckel

      Bild5: riefige Achse Ölpumpenzahnrad
      Bild6: hier quillt das Öl raus

      Die Kurbelwelle hat vorne vor und nach der Ölbohrung etwas Schleifspuren. Das Lagerschild ebenso. Ich bin mir nicht sicher, ob dadurch etwas Öldruck verloren gehen kann, weil ja an der Stelle das Öl über die Nut in die Bohrung der Kurbelwelle gepresst wird, welches dann die Gleitlager der Pleuelfüsse versorgt.

      Jetzt folgender Testaufbau: Motorgehäuse mit Ölwanne und Öl. Kurbelwelle mit beiden Pleueln; gebrauchte (gute) Ölpumpe ohne Zahnrad. Kurbelwellenzahnrad und Zentrifuge. Antrieb der Ölpumpe mit dem Akkuschrauber gegen den Uhrzeigersinn. Kurbelwelle von Hand gedreht. Der Öldruck baut sich auf: das Multimeter geht von 0 Ohm auf unendlich.

      Meine Frage: ist es normal, dass zwischen Lagerschild und Kurbelwellenzahnrad etwas Öl rausquillt? Ist das gewollt und dient zur Schmierung der Stirnräder und des grossen Kugellagers? Oder ist das Teil meines Öldruckverlustes?

      Gute Nacht,
      Dietrich
      Da ist normal das da was rauskommt, da wird das Öl in die Kurbelwelle gepumpt und durch den Spalt entweicht immer etwas.
      Was nicht dran ist, geht nicht kaputt!!!!!!
      "Der Saarländer unter Fremden, also zum Beispiel in der Pfalz, hat ein Problem, weil ihn keine Sau versteht..."
      Für neuen Bildschirm Nagel hier-> O <- einschlagen... :whistling:
      du kannst den Lagerschilddurchbruch vergrößern und eine Bronzebuchse einsetzen. In die Buchse sind Nuten für die Aufnahme von Teflon-Dichtringen, sowie für die Ölversorgung einzubringen. Ich habe hier Dichtringe vom Automatikgetriebe verwendet. Eine Bohrung 1mm zur Versorgung des Lagers und der Stirnräder kann man in die Steigbohrung zum Druckschalter einbringen.
      [align=center][color=#ff0000][size=14]"I tried religion, meditation, even therapy... then I realized all I really needed was more horsepower. "[/color][/size][/align][align=center][size=12][color=#0000ff][b]10.Russenboxertreffen Siegerland 15.06.-18.06.2017 Koordinate 51.001765,8.002274
      diesmal 4 Tage wegen Feiertag[/b][/color][/size][/align]
      Ist mir noch nicht ganz klar. Bisher käme für mich nur die kippelige Achse der Ölpumpe in Frage; habe aber keine Ahnung, ob das den plötzlichen und endgültige Druckverlust erklärt. Jetzt im Testaufbau mit der Ersatz-Pumpe ist ja alles ist ja der Druck da. Und das quellende Öl am Spalt des Lagerschildes scheint ja "ok" zu sein. Ralphs Gegenmassnahme wäre natürlich das Non-Plus-Ultra an der Stelle ... Werde den Druck messen und auch noch die Madenschraube am Lagerschild prüfen. Komme aber erst nächste Woche wieder zum Basteln.

      Gruss, Dietrich

      dietrich schrieb:

      Spalt des Lagerschildes
      es ist nach Tabelle 3 auf Seite 50 in ural-dnepr.net/downloads/DNEPR_manual_deutsch.zip zwischen dem Ölzulaufzapfen der Kurbelwelle MT801201 und dem Vorderlagergehäuse MT801140 ein ringförmiger Luftspalt mit 1,25 bis (maximal) 3,85 Hundertstel mm Breite zulässig
      wieviel Öl da durchpassen entzieht sich meiner Kenntnis ...


      Madenschraubenverschluß des Zulaufkanals, Überdruckventil der Pumpe, lösen der Pumpe an Schraubbefestigungen, Bruch des Antriebrades/Welle/Pumpengehäuses, Verlust des Ansaugrohres
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      Vollaufen der Ventildeckel bei verstopften Ablaufrohren/zu hoher Drehzahl über längere Zeit/ Ausgelutschter Ventilführungam Einlass.
      Dadurch sinkt der Ölstand schnell mal unter min und dann gibt es auch nichts mehr für Druck aufzubauen.
      Den Ölstand halte ich nach Möglichkeit immer im Bereich Maximum und der Messtab ist gekürzt und eine neue min Markierung ca. 2 Finger breit weiter oben eingeschlagen.
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      Möchte noch anmerken, bei mir war es eine undichte Zentrifuge.
      Hatte da 50iger Öl drinn, Motor bei kaltem Wetter gestartet, Zentrifuge hatte sich leicht auseinander gedrückt.

      Gruß Radi
      ich sammle auch Spannungsabfälle !!!
      N'abend,

      Undichte Zentrifuge hatte ich auch im Blick, aber da war nix auffälliges. Ölrücklauf aus Zylinderkopf auch frei. Pumpe war fest verschraubt und Saugrüssel war auch fest. Die mitlaufende Achse der Ölpumpe ist riefig und kippelt etwas.

      Ich habe in meinem Fundus noch 2 KW entdeckt. Werde die nächste Woche befunden. Optisch schon mal sehr schön: keine Riefen an den Pleuelfüssen und auch vorne wo sie durch das Lagerschild geht gut. Lagerschild habe ich auch noch da. Kucke dann auch nach Madenschraube, Überdruckventil der alten Ölpumpe und Ventilführungen.

      Mal sehen, ob ich "Roberts" Hunderstel messen kann. Die Schieblehre kann ja nur 20tel. Ich habe da auch irgendwo ein Mikrometer; mal sehen, ob es gross genug ist.

      Danke für die Hinweise!

      Gruss,
      Dietrich
      Hallo Radi,

      Handbuch sagt: warmer Motor, mittlere Drehzahl = 3 bis 6 kp/cm2, Öldruckwarnschalter meldet Abfall auf 1,3 bis 1,8 kp/cm2. Aber das meintest Du wohl nicht. Nächste Woche werde ich den Öldruck von meinem Testaufbau (neue Ölpumpe, Akkuschrauber, Lagerschild und KW mit Riefen an der Ringnut) mit einem Manometer messen. Mein Öldruckschalter müsste ok sein, der ging ja kurz vor dem Klemmer an.

      Gruss,
      Dietrich

      dietrich schrieb:

      ein Mikrometer; mal sehen, ob es gross genug ist
      den Spalt messen zu wollen ist nicht zweckmäßig ...
      leichter messen sich die beiden Durchmesser ...

      diese Maße müßen (laut erwähnter Tabelle 3) in folgenden Bereichen liegen
      Kurbelwelle - Ölzulaufzapfen MT801201 33,95 bis 33,975 mm
      Vorderlagergehäuse MT801140 34 bis 34,027 mm
      Danke, Robert; den Spalt wollte ich eh als Differenz messen. Mit'm Spaltmessgerät hätte ich wohl auf der Erfindermesse einen Stand spendiert bekommen :) Mein Mikrometer geht nur bis 25mm und für Innenmasse habe ich keins. Möglicherweise "sehe" mit der Schieblehre Riesenabweichungen. Aber das wäre eh nur aus Interesse, da ich als Ersatz eine gute KW und gutes Lagerschild nehmen werde.
      Madenschraube ok; Ölpumpenüberdruckventil ok; Ventilführung Einlass nicht geprüft - der Motor lief ja und zwar ohne Ölfahne.

      Öldruck mit anderer Ölpumpe mit Akkuschrauber liegt bei 3,8 kp/cm2 (10°C, 5W20) - also ok.

      Eigentlich müsste ich jetzt noch mal die (vermutlich) defekte Ölpumpe einbauen und damit den Druck messen.

      dietrich schrieb:

      Öldruck mit anderer Ölpumpe mit Akkuschrauber liegt bei 3,8 kp/cm2

      das ist zu wenig, mit dem Akkuschrauber ist der Druck so groß, daß das Überstromventil anspricht.
      Aber ich weiß nicht wie dein Messaufbau war.
      Hier mal ein provisorischer Aufbau. Öffnung zur Kurbelwelle dicht gesetzt.

      Gruß Radi
      Bilder
      • Öl-1.jpg

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      Hallo Radi,

      Messaufbau war der Motorblock "mit allem": Ölpumpe, Zentrifuge, Kurbelwelle mit beiden Pleuel, ohne Kurbelwellenzahnrad Wie hast Du bei Deinem provisorischem Aufbau die Öffnung zur Kurbelwelle dichtgemacht? Die sitzt ja in dieser Ringnut. Oder hast Du gleich das Loch neben der Punpenwelle zu gemacht? Das sind 6,9mm im Alu. Könnte man ja ein 8er Gewinde reinschneiden und mit einer Schraube ohne Kopf a la Madenschraube dicht machen ...
      Edit: Gedankenfehler! Damit geht ja nix mehr raus und ich kann unten an der Madenschraube nix mehr messen ...

      Gruss,
      Dietrich

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