Bitte um Therapiehilfe - Sammlung von Erfahrungsberichten; Pro/Contra

      Stimmt wohl, so etwas möchte ich eigentlich auch nicht auf der Reise vermissen. Denn gerade durch solche Begegnungen lernt man Land und Leute sicher noch etwas intensiver kennen, als wenn man sonst mit einem Japaner nur an allen vorbei rauscht.

      Angequatscht wirsd du immer. Ob Moppede läuft oder nicht.
      Sollte dir halt auf englisch, russisch, französisch, italienisch, sächsisch, schlesisch, rätoromanisch halt der richtige Begriff zu Kaputnik Uralski einfallen.
      Mitmenschen Ü 80 kennen das Moped sowieso. Gerade die freuen sich, dass sie das Teil auf dem Vormarsch oder die Gegenseite auf dem Rückzug gesehen haben und genau deine Maschine wars.
      Gruss
      doc

      Westwind schrieb:

      Zeit genug, um das Gespann und seine Macken kennenzulernen hätte ich auf jeden Fall. Und auch von Erfahrungen wie die von @mt1036 habe ich gehört. Also Maschinen, die bei guter Wartung und Instandsetzung durchaus einiges durchhalten und mitmachen.


      Das ist blanke Theorie und Träumerei eines noch Unwissenden. Traue keinem Gespann welches Du nicht selbst aufgebaut oder jahrelang optimiert hast. Die erhältlichen Ersatzteile sind oft auch wenn neu von zweifelhafter Qualität und obwohl gut aussehend nach der Reparatur nicht lange haltbar. Fehler und Reparaturen sind bei den Maschinen nicht planbar sondern kommen völlig unplanbar, also wenn Du sie nicht erwartest.

      Die neueren Ural 750 sind relativ zuverlässig, aber auch erst ab etwa Bj 2006. Die Vorgänger also etwa ab Bj 2000 können gut laufen müssen aber nicht, zumal die inzwischen auch etwas mehr Km runter haben. Das muss aber kein Nachteil sein. Bei den älteren Maschinen gilt übrigens ein einfacher Grundsatz wenn man so ein Teil kaufen möchte. Je mehr Km so ein Motorrad runter hat desto zuverlässiger ist es wahrscheinlich. Die Maschinen mit ständigen Problemen haben eher weniger Km runter.

      Bei den älteren Modellen jeder Bauart Ural, Dnepr und Chang Jiang hast Du, wenn Du selbst mit Sachverstand und gutem Material eine Maschine bzw. deren Antriebstechnik gut aufgebaut hast, etwa 30.000 Km max bevor die Motoren eine Revision benötigen. Aber eben nur wenn Du dich auskennst auf was es beim Aufbau ankommt. Dabei muss man wissen das die Motoren leicht zerlegbar, aber weder Lagerfluchten, noch Toleranzen und auch keinen Ersatzteilen grundsätzlich zu trauen sind.

      Westwind schrieb:

      Obwohl da wohl auch wieder einiges an Glück haben muss.


      Beim Einkauf als Anfänger ja, aber wenn Du so ein Gespann hast kannst Du alles andere lernen. Zwei Jahre ist allerdings nur wenig Zeit wenn Du nicht täglich fährst. Wenn Du das Gespann also nur Im Sommer am WE aus der Garage holst wirst Du in 2 Jahren als ungeübter Schrauber wohl kaum genügend Erfahrung sammeln können. Wenn Du täglich damit fährst kann es passieren das Du den einen oder anderen Termin nicht zur geplanten Zeit schaffst, weil Du eben wieder eine der ungeplanten Pannen auf dem Weg dahin hast.

      Du wirst also mit einem russischen Gespann im ständigen Gebrauch lernen müssen mit deiner Zeit anders als bisher umzugehen.

      Trotzdem ist es einfach toll so ein Gespann zu besitzen, zu fahren und bei bedarf zu reparieren.

      Westwind schrieb:

      doch habe ich Sorge darum, dass mir so eine Ural Mühle - wie bei Männertours - nicht mal bis zur Grenze bringt.


      Das ist oft die Realität von der ich spreche. Auch die 5 Hallenser Nachbarn von dir haben das genau so erlebt. Nur wenn Du gelernt hast dein Motorrad ordentlich zu reparieren und wenn Du dein Gespann in und auswendig kennst, wirst Du es schaffen die Maschine (Falls Du beim Kauf Pech hast) am laufen zu halten. Auch dann werden voraussichtlich hier und da Reparaturen nötig sein, aber die werden dir nichts ausmachen und dich nicht in die Verzweiflung treiben.
      Aber wenn dich der Virus wirklich erwischt hat, wirst und kannst Du dich der Herausforderung auch stellen und wirst Spaß haben.

      MattenMeier schrieb:

      Moin Westwind,
      pack dir ein Zelt ein und komm Himmelfahrt zum ART nach Oyten bei Bremen.
      Da gibt es genug Material zum anschauen und vergleichen plus jede Menge Benzingeschichten aus erster Hand.
      Gruß
      Andi der MattenMeier

      Moin Andi,
      vielen Dank für die Einladung. Aktuell habe ich leider nur ein kaputtes Zelt (hat die letzte Tour nicht überstanden), aber Interesse hätte ich schon. Notfalls gibt es dort sicher irgendwas günstiges zum unterkommen. Ich schau mal, wenn es zeitlich passt, würde mich dann noch mal in naher Zukunft an dich wenden.
      Grüße

      oleg schrieb:

      Am 2.Mai gehts los

      Uvo hat auch interessante Reise geplant und durchgeführt, und sehr schön auf seiner Webseite dokumentiert

      Hier ist der link
      motozyklist-i-mechanik.de

      Vielen Dank für die Links, da hab ich gleich noch mehr Erfahrungsberichte zum durchstöbern - schaue ich mir gerne mal an.

      Kneberchen schrieb:

      Hallo Westwind,
      kann meinen Vorschreiber nur zustimmen. Hab mir für die Entscheidung ca. 30 Jahr Zeit gelassen, dann gekauft, ein Jahr lang repariert, ein Jahr kleine Touren gemacht( max100 km in Umgebung), fleißig repariert und im nächsten Jahr eine Tour um die Ostsee gemacht. Ich habe keinen technischen Beruf, aber als mir die Werkstatt in Polen nicht mehr helfen konnte, hatte ich dank der schrittweisen Annäherung immer noch eine Lösung gehabt. Ich habe es nicht bereut. Was soll schon schiefgehen. Kleine Flirt, wenn ihr zusammen passt dann Liebeshochzeit ansonsten Trennung. Das wirst du nur rausfinden wenn du es probierst. Viel Glück bei deiner Entscheidung
      LG
      Kneberchen

      Das ist wohl die perfekte Liebesgeschichte, die du da beschreibst,von jemanden, der Virus nie entkommen konnte. Stimmt schon, wer nicht wagt der nicht gewinnt, ich werde mal schauen, ob ich auch so viel Glück habe, ein paar Nächte drüber schlafen und vor allem auf dem Heiratsmarkt gucken, ob es was ordentliches gibt.


      Superdoc schrieb:

      Stimmt wohl, so etwas möchte ich eigentlich auch nicht auf der Reise vermissen. Denn gerade durch solche Begegnungen lernt man Land und Leute sicher noch etwas intensiver kennen, als wenn man sonst mit einem Japaner nur an allen vorbei rauscht.

      Angequatscht wirsd du immer. Ob Moppede läuft oder nicht.
      Sollte dir halt auf englisch, russisch, französisch, italienisch, sächsisch, schlesisch, rätoromanisch halt der richtige Begriff zu Kaputnik Uralski einfallen.
      Mitmenschen Ü 80 kennen das Moped sowieso. Gerade die freuen sich, dass sie das Teil auf dem Vormarsch oder die Gegenseite auf dem Rückzug gesehen haben und genau deine Maschine wars.
      Gruss
      doc

      Das werde ich schaffen - im besten Fall lege ich mir vorher extra ein kleines Wörterbuch an, um in allen Sprachen über das Möp fluchen zu können.
      & genau, allein diese historische Vergangenheit zieht mich schon magisch an. An den Ural Gespannen ist einfach alles faszinierend - außer die Technik. ;)


      Ural(t)Drummer schrieb:

      Westwind schrieb:

      Zeit genug, um das Gespann und seine Macken kennenzulernen hätte ich auf jeden Fall. Und auch von Erfahrungen wie die von @mt1036 habe ich gehört. Also Maschinen, die bei guter Wartung und Instandsetzung durchaus einiges durchhalten und mitmachen.


      Das ist blanke Theorie und Träumerei eines noch Unwissenden. Traue keinem Gespann welches Du nicht selbst aufgebaut oder jahrelang optimiert hast. Die erhältlichen Ersatzteile sind oft auch wenn neu von zweifelhafter Qualität und obwohl gut aussehend nach der Reparatur nicht lange haltbar. Fehler und Reparaturen sind bei den Maschinen nicht planbar sondern kommen völlig unplanbar, also wenn Du sie nicht erwartest.

      Die neueren Ural 750 sind relativ zuverlässig, aber auch erst ab etwa Bj 2006. Die Vorgänger also etwa ab Bj 2000 können gut laufen müssen aber nicht, zumal die inzwischen auch etwas mehr Km runter haben. Das muss aber kein Nachteil sein. Bei den älteren Maschinen gilt übrigens ein einfacher Grundsatz wenn man so ein Teil kaufen möchte. Je mehr Km so ein Motorrad runter hat desto zuverlässiger ist es wahrscheinlich. Die Maschinen mit ständigen Problemen haben eher weniger Km runter.

      Bei den älteren Modellen jeder Bauart Ural, Dnepr und Chang Jiang hast Du, wenn Du selbst mit Sachverstand und gutem Material eine Maschine bzw. deren Antriebstechnik gut aufgebaut hast, etwa 30.000 Km max bevor die Motoren eine Revision benötigen. Aber eben nur wenn Du dich auskennst auf was es beim Aufbau ankommt. Dabei muss man wissen das die Motoren leicht zerlegbar, aber weder Lagerfluchten, noch Toleranzen und auch keinen Ersatzteilen grundsätzlich zu trauen sind.

      Westwind schrieb:

      Obwohl da wohl auch wieder einiges an Glück haben muss.


      Beim Einkauf als Anfänger ja, aber wenn Du so ein Gespann hast kannst Du alles andere lernen. Zwei Jahre ist allerdings nur wenig Zeit wenn Du nicht täglich fährst. Wenn Du das Gespann also nur Im Sommer am WE aus der Garage holst wirst Du in 2 Jahren als ungeübter Schrauber wohl kaum genügend Erfahrung sammeln können. Wenn Du täglich damit fährst kann es passieren das Du den einen oder anderen Termin nicht zur geplanten Zeit schaffst, weil Du eben wieder eine der ungeplanten Pannen auf dem Weg dahin hast.

      Du wirst also mit einem russischen Gespann im ständigen Gebrauch lernen müssen mit deiner Zeit anders als bisher umzugehen.

      Trotzdem ist es einfach toll so ein Gespann zu besitzen, zu fahren und bei bedarf zu reparieren.

      Westwind schrieb:

      doch habe ich Sorge darum, dass mir so eine Ural Mühle - wie bei Männertours - nicht mal bis zur Grenze bringt.


      Das ist oft die Realität von der ich spreche. Auch die 5 Hallenser Nachbarn von dir haben das genau so erlebt. Nur wenn Du gelernt hast dein Motorrad ordentlich zu reparieren und wenn Du dein Gespann in und auswendig kennst, wirst Du es schaffen die Maschine (Falls Du beim Kauf Pech hast) am laufen zu halten. Auch dann werden voraussichtlich hier und da Reparaturen nötig sein, aber die werden dir nichts ausmachen und dich nicht in die Verzweiflung treiben.
      Aber wenn dich der Virus wirklich erwischt hat, wirst und kannst Du dich der Herausforderung auch stellen und wirst Spaß haben.

      Ich glaube, dass dieser Beitrag meine Gedanken und aktuelle Stimmung am besten zusammenfasst und jeweils noch mal die Pro&Contra Seiten aufzeigt.

      Dass es ein Gespann werden wird, steht schon so gut wie fest. Welche Marke und welches Modell ist dagegen immer noch offen. Mit euren verschiedenen kurzen Erfahrungsberichten habt ihr mir schon ein gutes Bild vermitteln können. Vielen Dank dafür - genau solch ein ausführliches Feedback habe ich mir gewünscht. Die Therapie ist nach meiner Ansicht also geglückt.
      Da der Virus mich schon seit 2 Jahren nicht los lässt (und das nur durch das Lesen von Berichten, Forenbeiträgen und das Schauen von Videos etc.) schätze ich, dass es früher oder später eine Ural werden wird (werden muss).
      Vielleicht spare ich auch einfach weiter das Geld und steige dann doch gleich in die modernen Baureihen ein. Eine Maschine vor 1990 wird es von daher perspektivisch auf jeden Fall nicht nicht. Mal schauen was in der nächsten Zeit an Angeboten da ist.
      So oder so werde ich mich weiter umschauen und hoffentlich auch das ein oder andere Treffen mitnehmen, um praktische Erfahrungswerte sammeln zu können.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Westwind“ ()

      Ural(t)Drummer schrieb:

      Nachtrag:

      Übrigens ein hoher Anschaffungspreis bedeutet bei den Gespannen nicht unbedingt eine gute Qualität.

      Eine Einkaufshilfe:

      Ratschläge: Checkliste Gebrauchtkauf

      Viel Erfolg


      Danke, die habe ich auch schon gesehen. Mal schauen, ob diese zum Einsatz kommt. Ich werde euch dann aber auf jeden Fall auf dem laufenden halten, wahrscheinlich hauptsächlich mit Fragen, warum dies und jenes nicht geht/fehlt/klappert usw.

      Grüße
      Das schöne am jung sein, ist doch das man Fehler machen darf , über die man später anders denkt.

      Aus heutiger Sicht, rate ich dir eine Ural nach 2007 zu holen, vollgespickt mit Westteilen und Fahrspass.....

      Alles andere ist und bleibt Glücksspiel.
      Aber du darfst freilich machen was immer du glaubst das es das richtige ist.
      Hallo Westwind,
      willkommen zunächst.

      Grundsätzlich machst Du mit dem Gespann nix verkehrt. Ich habe 17 Jahre mit der Anschaffung gewartet. Sicherlich viel zu lange. Immer wenn ich vor einer stand gab es viele Gründe diese nicht zu kaufen.

      Also - weniger Zeit in die Posting und mehr Zeit in die Moppedsuche investieren.

      Viel Spass damit.

      Bibri (scheinbar) schrieb:

      Mit einer 750er Ural neuerer Bauart sollte dein Vorhaben problemlos möglich sein. Für 6000 Steine gibt es da garantiert was. Evtl sogar billiger ... vielleicht meldet sich der Rosenheimer Thomas ja noch zu Wort.


      ok, dann meld ich mich mal. Ich hab 2011 meine 750er BJ 04 mit 9.600 km für 5.600 Euronen gekauft. Stand der Dinge heute: 42.500 km. Der Vorbesitzer hat für viel Geld schon alles durchrepariert was bei diesen Baujahren noch die Schwachstellen waren. Ausdrücklich zu erwähnen ist hier die Denso-Lima.
      Insgesamt wurde ich genau 3x durch Schäden/Probleme derart gestoppt, dass ich erstmal nicht mehr weiterfahren konnte und mich abholen lassen musste. In der Reihenfolge des Auftretens und in aller Kürze:
      1. der originale Luftfilterkasten war eine Katastrophe, Ansaug oben, bei Regen immer Wasser in den Vergasern
      2. Ventilfeder gebrochen, Auslassventil links
      3. Endantriebsverzahnung vom Kardan durchgenudelt

      War alles relativ am Anfang. Meine Ural läuft seit knapp 20.000 km bis auf Kleinigkeiten fast problemlos

      Thomas

      thomas Rosenheim schrieb:

      War alles relativ am Anfang. Meine Ural läuft seit knapp 20.000 km bis auf Kleinigkeiten fast problemlos


      Hallo Thomas, dass alles bestätigt ja die Beiträge von den Vorrednern.

      Was vielleicht noch zu erwähnen wäre ist, dass Du natürlich einen super Kauf gemacht hast, aber auch das Du ja bei dem Kauf nicht unerfahren warst und das diese Erfahrung dir natürlich geholfen hat relativ gut einzukaufen. Bei einem Anfänger wäre es ratsam zur Besichtigung eines Kaufangebotes, einen erfahrenen Gespanntreiber mit zu nehmen.

      Wenn Westwind vielleicht mal Kontakt zu den erfahrenen Gespannfahrern in seiner Umgebung aufnimmt, kann ihm vielleicht auch geholfen werden und somit der Einstieg deutlich erleichtert werden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Ural(t)Drummer“ ()

      der garst schrieb:

      Das schöne am jung sein, ist doch das man Fehler machen darf , über die man später anders denkt.

      Aus heutiger Sicht, rate ich dir eine Ural nach 2007 zu holen, vollgespickt mit Westteilen und Fahrspass.....

      Alles andere ist und bleibt Glücksspiel.
      Aber du darfst freilich machen was immer du glaubst das es das richtige ist.

      Stimmt wohl. Problem an der Sache, dass man gerade mit jungen Jahren nur über ein sehr begrenztes Budget verfügt - von daher tun Fehler beim Einkauf um so mehr weh.
      Ich denke auch, dass ich mich primär eine Ural nach 2007 suche. Obwohl eine gut aufgebaute vor 2000 sicher auch was feines ist - in jedem Fall werde ich dafür die Hilfe und Erfahrung aus dem Forum benötigen.


      DerLipper schrieb:

      Hallo Westwind,
      willkommen zunächst.

      Grundsätzlich machst Du mit dem Gespann nix verkehrt. Ich habe 17 Jahre mit der Anschaffung gewartet. Sicherlich viel zu lange. Immer wenn ich vor einer stand gab es viele Gründe diese nicht zu kaufen.

      Also - weniger Zeit in die Posting und mehr Zeit in die Moppedsuche investieren.

      Viel Spass damit.

      Richtig richtig, es gibt immer Gründe etwas nicht zu tun. Ich versuche mich derweil auf alle Gründe zu konzentrieren, die sagen, dass ich es tun soll. Wahre Worte, ich schaue parallel schon alle Angebote durch und dank App von Mobile bekomme ich auch immer über die neusten Angebote Bescheid.

      thomas Rosenheim schrieb:

      Bibri (scheinbar) schrieb:

      Mit einer 750er Ural neuerer Bauart sollte dein Vorhaben problemlos möglich sein. Für 6000 Steine gibt es da garantiert was. Evtl sogar billiger ... vielleicht meldet sich der Rosenheimer Thomas ja noch zu Wort.


      ok, dann meld ich mich mal. Ich hab 2011 meine 750er BJ 04 mit 9.600 km für 5.600 Euronen gekauft. Stand der Dinge heute: 42.500 km. Der Vorbesitzer hat für viel Geld schon alles durchrepariert was bei diesen Baujahren noch die Schwachstellen waren. Ausdrücklich zu erwähnen ist hier die Denso-Lima.
      Insgesamt wurde ich genau 3x durch Schäden/Probleme derart gestoppt, dass ich erstmal nicht mehr weiterfahren konnte und mich abholen lassen musste. In der Reihenfolge des Auftretens und in aller Kürze:
      1. der originale Luftfilterkasten war eine Katastrophe, Ansaug oben, bei Regen immer Wasser in den Vergasern
      2. Ventilfeder gebrochen, Auslassventil links
      3. Endantriebsverzahnung vom Kardan durchgenudelt

      War alles relativ am Anfang. Meine Ural läuft seit knapp 20.000 km bis auf Kleinigkeiten fast problemlos

      Thomas

      Vielen Dank noch für die Meldung. Der Preis schien ja mehr als fair gewesen zu sein, abgesehen mal davon, dass ich aktuell keine gute Ural nach 2000 auf dem Markt finde, sind die (im guten Zustand) mit Baujahr zwischen 1990 und 2000 nur 1000-2000 Euro günstiger.


      Ural(t)Drummer schrieb:

      thomas Rosenheim schrieb:

      War alles relativ am Anfang. Meine Ural läuft seit knapp 20.000 km bis auf Kleinigkeiten fast problemlos


      Hallo Thomas, dass alles bestätigt ja die Beiträge von den Vorrednern.

      Was vielleicht noch zu erwähnen wäre ist, dass Du natürlich einen super Kauf gemacht hast, aber auch das Du ja bei dem Kauf nicht unerfahren warst und das diese Erfahrung dir natürlich geholfen hat relativ gut einzukaufen. Bei einem Anfänger wäre es ratsam zur Besichtigung eines Kaufangebotes, einen erfahrenen Gespanntreiber mit zu nehmen.

      Wenn Westwind vielleicht mal Kontakt zu den erfahrenen Gespannfahrern in seiner Umgebung aufnimmt, kann ihm vielleicht auch geholfen werden und somit der Einstieg deutlich erleichtert werden.

      Wohl wahr Ural(t)Drummer, ich denke bevor ich irgendwo ein Angebot in Augenschein nehmen würde, würde ich hier im Forum um Hilfe bitte und vielleicht findet sich ja jemand, der mir dann unter die Arme greifen kann.

      Ich denke, dann wird meinem Abenteuer nicht mehr viel im Weg stehen.
      Grüße an alle

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Westwind“ ()

      Westwind schrieb:

      Obwohl eine gut aufgebaute vor 2000 sicher auch was feines ist


      Westwind schrieb:

      Der Preis schien ja mehr als fair gewesen zu sein, abgesehen mal davon, dass ich aktuell keine gute Ural nach 2000 auf dem Markt finde, sind die (im guten Zustand) mit Baujahr zwischen 1990 und 2000 nur 1000-2000 Euro günstiger.


      Die Modelle vor 2000 haben einen ganz anderen Motor. Dieser Motor wurde in den 50ern von den Russen als Nachfolger der Seitenventiler entwickelt. Der Motor wurde aber nicht wirklich über die Jahre verbessert. Ein gut gemachter Seitenventiler ist meiner Meinung nach dem OHV Motor vorzuziehen. Alle anderen Länder die Motoren entwickeln verbessern diese auch im Laufe der Jahre nur eben die Russen nicht wirklich. Die von den Russen eingeführten Verbesserungen sind überscheubar. Es wurde von 6 Volt auf 12 Volt umgerüstet und die 2000er Modelle haben dann noch einen E-Starter erhalten ansonsten wurde da nicht weiterentwickelt. Eigentlich ist das Gegenteil der Fall.

      In den 80ern wurde das Rohmaterial in der Sowjetunion immer schlechter und somit auch die daraus entstehenden Teile die verbaut wurden. Bei Ural gibt es z.Bsp immer wieder Probleme mit der Kurbelwelle, die aufgrund von Fertigung (Ölschleuderblech nicht mehr geschraubt sondern gepunktet) und schlechten Rohmaterial eher schlechter wurden als besser.

      Ebenso muss man unterscheiden ob man ein Exportmodell oder ein zusammengestückeltes Inlandsmodell erwischt.

      Am besten ist es wenn man eine ehemalige Militärmaschine kaufen kann. Da wurden die besten Teile verbaut und auch auf ordentliche Toleranzen wurde dort am ehesten geachtet. Da hat man mit den Dnepr wohl mehr Chancen überhaupt noch was zu erwischen.

      Lange Rede kurzer Sinn.

      In deinem Fall ist auf alle Fälle eher ein Modell Ural nach 2000 zu empfehlen. Wie schon gesagt sind die nach etwa 2006 deutlich besser weil mit den neuen Modellen und neuen Motoren sich auch in der Weiterentwicklung und Verbesserung der Technik viel getan hat. Aber auch die heutigen Modelle sind z. Bsp vom Lackzustand und auch anderem trotzdem noch nicht mit der Qualität japanischer Motorräder vergleichbar.

      eGo! schrieb:

      Militätmaschinen von URAL existieren nur in Verkaufsanzeigen.
      Von der M72 mal abgesehen wurde die Rote Armee aus Kiew beliefert.


      Jupp, deswegen sagte ich ja

      Ural(t)Drummer schrieb:

      Am besten ist es wenn man eine ehemalige Militärmaschine kaufen kann. Da wurden die besten Teile verbaut und auch auf ordentliche Toleranzen wurde dort am ehesten geachtet. Da hat man mit den Dnepr wohl mehr Chancen überhaupt noch was zu erwischen.


      War die Aussage denn falsch?

      Ural(t)Drummer schrieb:

      Westwind schrieb:

      Obwohl eine gut aufgebaute vor 2000 sicher auch was feines ist

      Westwind schrieb:

      Der Preis schien ja mehr als fair gewesen zu sein, abgesehen mal davon, dass ich aktuell keine gute Ural nach 2000 auf dem Markt finde, sind die (im guten Zustand) mit Baujahr zwischen 1990 und 2000 nur 1000-2000 Euro günstiger.
      Die Modelle vor 2000 haben einen ganz anderen Motor. Dieser Motor wurde in den 50ern von den Russen als Nachfolger der Seitenventiler entwickelt. Der Motor wurde aber nicht wirklich über die Jahre verbessert. Ein gut gemachter Seitenventiler ist meiner Meinung nach dem OHV Motor vorzuziehen. Alle anderen Länder die Motoren entwickeln verbessern diese auch im Laufe der Jahre nur eben die Russen nicht wirklich. Die von den Russen eingeführten Verbesserungen sind überscheubar. Es wurde von 6 Volt auf 12 Volt umgerüstet und die 2000er Modelle haben dann noch einen E-Starter erhalten ansonsten wurde da nicht weiterentwickelt. Eigentlich ist das Gegenteil der Fall. In den 80ern wurde das Rohmaterial in der Sowjetunion immer schlechter und somit auch die daraus entstehenden Teile die verbaut wurden. Bei Ural gibt es z.Bsp immer wieder Probleme mit der Kurbelwelle, die aufgrund von Fertigung (Ölschleuderblech nicht mehr geschraubt sondern gepunktet) und schlechten Rohmaterial eher schlechter wurden als besser. Ebenso muss man unterscheiden ob man ein Exportmodell oder ein zusammengestückeltes Inlandsmodell erwischt. Am besten ist es wenn man eine ehemalige Militärmaschine kaufen kann. Da wurden die besten Teile verbaut und auch auf ordentliche Toleranzen wurde dort am ehesten geachtet. Da hat man mit den Dnepr wohl mehr Chancen überhaupt noch was zu erwischen.Lange Rede kurzer Sinn.In deinem Fall ist auf alle Fälle eher ein Modell Ural nach 2000 zu empfehlen. Wie schon gesagt sind die nach etwa 2006 deutlich besser weil mit den neuen Modellen und neuen Motoren sich auch in der Weiterentwicklung und Verbesserung der Technik viel getan hat. Aber auch die heutigen Modelle sind z. Bsp vom Lackzustand und auch anderem trotzdem noch nicht mit der Qualität japanischer Motorräder vergleichbar.


      Davon habe ich zwar schon gelesen, hätte mir aber nicht vorstellen können, dass es wirklich so schlimm ist. Bei den Fehlerquellen kann man bei einem Kauf wirklich nur Glück haben oder man will wirklich hauptsächlich reparieren.
      Danke für die kurze Zusammenfassung, dann werde ich meine Suchkriterien nochmals anpassen bzw. verändern.

      Von den Inlandsmodellen würde ich so oder so versuchen die Finger zu lassen (sofern ich es erkenne), davon habe ich auch schon in der Übersicht gelesen, was beim Gebrauchtkauf beachtet werden sollte.

      Schade drum, hatte mich schon in die Ural Dnepr MT-16 Modelle verguckt. Preis und Ausstattung (mit TWD) würden mein Traum sein, aber wenn die Qualität dann nicht stimmt. (z.B.: suchen.mobile.de/fahrzeuge/det…03-d75d-0e26-6c3583cbba41)
      Edit: Wobei ich beim lesen weiterer Überblicksseiten wirklich Sorgen bekomme (siehe alles unter: dnepr.at/d/tech_11.htm). Dann doch lieber ein neueres Modell ab BJ. 06/07.

      Es stimmt schon, lieber einmal etwas mehr Geld ausgeben, als zwei Motorräder zu kaufen, weil man einfach alles umtauschen muss.
      Dass die Ural Maschinen nie an die Qualität der japanischen Motorräder bis heute ran reicht, ist mir bewusst - doch (egal wie sehr ich meine Transalp gern hab) gibt es genug andere Probleme/Nachteile, wenn ich an meine Transalp ein Beiwagen dran kleben wollte (im Vergleich zu einem Uralgespann).
      So werde ich nun wohl geduldig auf diejenigen warten, die ihre Ural ab Bj. 06/07 los werden wollen und das hoffentlich zu einem Preis unter 6000 Scheinen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Westwind“ ()

      Westwind schrieb:

      Schade drum, hatte mich schon in die Ural Dnepr MT-16 Modelle verguckt. Preis und Ausstattung (mit TWD) würden mein Traum sein, aber wenn die Qualität dann nicht stimmt. (z.B.: suchen.mobile.de/fahrzeuge/det…03-d75d-0e26-6c3583cbba41)
      Dnepr währe bei mir erste Wahl, abgesehen von der Lichtmaschine die das Teil hat macht sie einen guten Eindruck und am Preis kann man sicher noch drehen. Allerdings sollte man bei gebrauchten Russischen Krädern den Motor aufmachen und sorgfältig alles überprüfen.
      www.seitenwagen-antrieb.de

      thomas Rosenheim schrieb:

      Bibri (scheinbar) schrieb:

      Mit einer 750er Ural neuerer Bauart sollte dein Vorhaben problemlos möglich sein. Für 6000 Steine gibt es da garantiert was. Evtl sogar billiger ... vielleicht meldet sich der Rosenheimer Thomas ja noch zu Wort.


      ok, dann meld ich mich mal. Ich hab 2011 meine 750er BJ 04 mit 9.600 km für 5.600 Euronen gekauft. Stand der Dinge heute: 42.500 km. Der Vorbesitzer hat für viel Geld schon alles durchrepariert was bei diesen Baujahren noch die Schwachstellen waren. Ausdrücklich zu erwähnen ist hier die Denso-Lima.
      Insgesamt wurde ich genau 3x durch Schäden/Probleme derart gestoppt, dass ich erstmal nicht mehr weiterfahren konnte und mich abholen lassen musste. In der Reihenfolge des Auftretens und in aller Kürze:
      1. der originale Luftfilterkasten war eine Katastrophe, Ansaug oben, bei Regen immer Wasser in den Vergasern
      2. Ventilfeder gebrochen, Auslassventil links
      3. Endantriebsverzahnung vom Kardan durchgenudelt

      War alles relativ am Anfang. Meine Ural läuft seit knapp 20.000 km bis auf Kleinigkeiten fast problemlos

      Thomas


      Moin
      Ich hatte das so in Erinnerung, daß deine ganzen Urlaube mit Ural, aneinandergereiht ergibt das ja eine Weltreise, ohne nennenswerte Probleme verlaufen sind. Von einer gerissenen Felge mal abgesehen ... ;)

      Grüße, Christian
      No Nukes

      Westwind schrieb:

      Preis und Ausstattung (mit TWD) würden mein Traum sein, aber wenn die Qualität dann nicht stimmt. (z.B.: suchen.mobile.de/fahrzeuge/det…03-d75d-0e26-6c3583cbba41)


      Wolfgang aus HH schrieb:

      das Teil hat macht sie einen guten Eindruck und am Preis kann man sicher noch drehen. Allerdings sollte man bei gebrauchten Russischen Krädern den Motor aufmachen und sorgfältig alles überprüfen.


      Ich denke auch für den Preis ist das kein schlechtes Angebot. Prüfen würde ich allerdings das mit den wenigen Km. Wenn es der erste Motor und somit die original Km sind ist das Teil nicht viel gelaufen und das könnte für ein eher unzuverlässiges Motorrad sprechen.

      Westwind schrieb:

      So werde ich nun wohl geduldig auf diejenigen warten, die ihre Ural ab Bj. 06/07 los werden wollen und das hoffentlich zu einem Preis unter 6000 Scheinen.

      Ein guter Berater in Sachen Gebrauchtgespann und gute Ersatzteile ist der liebe Gernot von moto-moscow.de/
      Vielleicht solltest Du dort mal anrufen und dich beraten lassen.