Hallo aus dem Odenwald K650 MT 9

      Hallo aus dem Odenwald K650 MT 9

      Hallo zusammen,

      mein Name ist Lukas, 23 Jahre jung, seit ca. 10 Jahren motorenbegeistert. Nach einigen Projekten, über 20 sind es nun, ist mir ein Dnepr Gespann in die Hände gefallen. Der Freund unseres Nachbarn hatte sich auch eines gekauft. Eines Abends, nach 2 Bier, durfte ich auf der Wiese probefahren. Es fuhr sich so toll bescheiden, da wusste ich, so was brauche ich!

      Nun ist die Gute seit einer guten Woche bei mir zu Hause und ich begann mit der Revision. Den Lack werde ich erhalten, alles reinigen und mit Owatrol Öl versiegeln. Es sind nur ein paar Kratzer vorhanden, alles andere als Durchrostungen o.ä.

      Anschließend kam der Motor an die Reihe. Dieser lief beim Kauf sehr bescheiden, falsch abgestimmt und Fehlzündungen. Ich fand schnell eine gerissene Feder am Fliehkraftversteller der Zündung. Sicher mit ein Grund. Zudem wollte ich den Motor abdichten. Nun liegt er fast ganz zerlegt bei mir auf der Werkbank. Ich habe festgestellt, dass der Simmerring an der Kupplung sifft. Und dann ging es los: Spiel an den Kurbelwellenlagern, sowohl Höhen als auch Seitenspiel. Nachdem ich hier schon länger im Forum mitlese, schein ein Kugellager und ein Radiallager verbaut zu sein. Hier ist wohl zu viel Spiel vorhanden.

      Status quo: Ich brauche einen größeren Abzieher für die Stirnräder. Anschließend werde ich den vorderen Deckel Richtung KW Gehäuse abnehmen und mir die Lager anschauen. Vermutlich tausche ich diese aus, wenn ich denn nun schon alles offen habe. Alle Bauteilen werden dann gründlich gereinigt und mit neuen Dichtungen verbaut.

      Das Schwungrad muss ich auch noch entfernen. Hier werde ich den Trick mit Winkeleisen / Flacheisen, M12er Schrauben und der Nuss anwenden. Mal sehen, ob das Schwungrad schnell aufgibt. Die eingepressten Bolzen auf dem Schwungrad sehen noch sehr gut aus, ganz leichte einlaufspuren. Ich werde nach dem Ausbau entscheiden, ob ich neue einpressen lassen.

      Habt ihr noch Tips zum Ausbau der Stirnräder? Natürlich erwärmen mit dem Brenner und sachte mit dem Abzieher heran.
      Danach kann ich den Lagerdeckel abnehmen und die KW in Richtung Front des Motors ausbauen, richtig?

      Danke und Gruß Lukas

      PS; Bei meiner Kupplung beginnt an einer Scheibe bereits die Niete zu schleifen. Ich vermute mal hier ist Ersatz angesagt ;)
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „wuttel“ ()

      Hallo Lukas,
      herzlich willkommen vom westlichen Rand des Odenwaldes. Schönes Moped haste da, aber der Beiwagen scheint abhanden gekommen zu sein. Offensichtlich hast du schon Erfahrung mit dem Schrauben. Achja: Die Kurbelwelle habe ich immer Richtung Kupplung, also in Laufrichtung nach hinten, demontiert. Wenn du nicht allzuweit entfernt wohnst, kann ich dir mit nem Abzieher dienen - Ausleihen meine ich.
      Gruß Peter
      Hallo Lukas,
      erst mal willkommen im Forum ;)

      ich kann nur sagen Respekt und Sportliche Anerkennung für dein Projekt an so etwas hätte ich mich als ich mich für eine Ural entschieden habe nicht dran getraut.
      aber deinen Ausführungen nach bist du schon auf einem guten weg..
      so um nicht noch mit gefährlichen Halbwissen um mich zu werfen räume ich das Feld und lasse den experten den Vorrang
      mir bleibt nur zu sagen viel Spaß beim Schrauben und hoffentlich bald gute fahrt

      Gruß Julius
      Hallo zusammen,

      danke für das herzliche Willkommen. Ich hatte mich auch zuerst gefreut, wie in einem Werkstatthandbuch gelesen, die KW nach hinten rauszunehmen. War wohl nichts. Bei Dnepr heißt es wohl Pleul abschrauben und KW nach vorne rausnehmen, sobald das Lagerschild ab ist.

      Ich bräuchte bei einer Sache Hilfe: Wie viel Spiel darf die KW haben? Hinten sitzt ja ein Rollenkugellager und vorne ein normales (soweit die theorie). Etwas Spiel braucht man ja. Ich kann meine KW ca. 0,65mm nach vorne und hinten (also Richtung Schwungrad) bewegen. Ich vermute, dass daher auch das Spiel nach oben und unten an der Schwungscheibe kam, da das Rollenkugellager somit nicht voll angepresst ist.

      Wie viel Spiel darf man da haben...? Mir stellt sich die Frage, ob 0,65 im Rahmen sind. Dann würde ich einfach die Lager gegen neue tauschen und alles wieder zsm bauen. Die jetzigen Lager drehen sich super, nur jetzt bin ich so weit, da lohnt sich der Tausch.

      Zudem sehr gut, dass ich den Motor geöffnet habe: Die Schrauben des Lagersitzes der Nockenwelle waren locker, zudem warn die des Lagerschildes nicht fest genug angezogen. Konnte sie nach aufbiegen des Sicherungsbleches fast alle von Hand lösen. Das Lager der Nockenwelle vorne ist schwergängig, hier gibts also auch neue Lager.

      Bei den Anzugsmomenten werde ich mich an der MT16 orientieren, haut das grob hin?
      Zylinderkopf 16 dann 32 über kreuz, Pleul 32-36 nM.

      Gruß Lukas

      PS: Ich wohne ca 15 Minuten von Heppenheim weg, ich würde sagen man sieht sich bestimmt mal! Nur das Zahnrad der Nockenwelle wollte noch nicht weichen.... mal sehen, wie ich das noch abbekomme.

      Zudem wäre ich dankbar um Erfahrungswerte bezüglich der KW Lager. Ein C3 Lager vorne wird es auf jeden Fall, da habe ich schon gute Erfahrungen gemacht. Nur sollte hinten auch C3 rein oder wie original ein Rollenkugellager?

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      Grüsse aus Eppingen.
      Falls du Teile brauchst, kannste mal anfragen. Hab auch noch zwei Motoren rumliegen ...
      Da du die Pleuel rausschrauben musst rate ich dir unbedingt, sie auszuwiegen. Ebenso das Gewicht der Kolben und der Kolbenbolzen angleichen.
      Gruss Heiko

      Kalle schrieb:

      Die Pleuel können zur De- und Montage an der Kurbelwelle bleiben.


      Also ich habe echt lange rumprobiert und habe es nicht hinbekommen....

      Bei den Pleuls: Einfach wiegen und dann durch schleifen angleichen?
      Bin ich mal gespannt, wie groß der Unterschied ist.

      Motor ist jetzt komplett zerlegt, alle Lager etc. sind ausgebaut. Mein Lagerschild vorne hat oben rechts einen Riss (eine der Schrauben war ausgerissen). Ansonsten sind die Sitze etc. noch gut. Im Getriebe tausche ich ebenso die Lager, eines war nicht mehr so frisch. Die Zahnräder etc. sehen gut aus, kein Zahnausfall.

      Gruß Lukas

      wuttel schrieb:

      Kalle schrieb:

      Die Pleuel können zur De- und Montage an der Kurbelwelle bleiben.


      Also ich habe echt lange rumprobiert und habe es nicht hinbekommen....
      Gruß Lukas

      Einfach wie in der Reparaturanleitung beschrieben.......
      Solltest dir auch keine rollengelagerte BMW zulegen. Die haben eine gebaute Kurbelwelle. Zur Demontage der Pleuel wird die Welle auseinander gepresst. Ist im Gehäuse was eng....
      Kalle
      Hallo zusammen,

      danke für die Tipps! Dank des Forums komme ich auch an einig Ersatzteile. Den Motor habe ich komplett zerlegt, KW ist auch draußen. Bestelle die Tage Ersatzteile (Lager etc).

      Eine Frage an die Experten habe ich noch zwecks Zulassung: Ich habe das polnische Zolldokument, Kaufverträge und die originalen Papiere. Das sollte reichen, oder? Bin gespannt, ob die Zulassungsstelle eine Übersetzung der polnischen Einfuhr verlangt...

      Gibt es hier im Forum so eine tolle Reparaturanleitung auf Deutsch wie oben angegeben? Habe vieles gefunden, aber nicht sowas bzw. nur das der Ural 650.

      Gruß Lukas

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