Schwergängigkeit K750 beim Antreten

      Schwergängigkeit K750 beim Antreten

      Hallo, ich bin neu im Forum und möchte euch zu folgendem Problem um Hilfe bitten.
      Ich habe eine MT11 K750 Dnepr, die mir meine Kinder geschenkt haben, um meinen Tagesablauf als Rentner etwas sinnvoll zu gestalten. Das Motorrad ist restauriert und nach dem Kauf im Oktober vergangenes Jahres kurz angesprungen. Schon damals konnte man das Motorrad nur äußerst schwer mit dem Kickstarter starten, ich wiege über 80 kg und mein ganzes Gewicht war nötig, um den Kickstarter nach unten zu bewegen. Ohne Beiwagen ging gar nichts, das Motorrad kippt um.
      Dann kamen die kälteren Temperaturen und, so vermute ich es, die Viskosität des Oeles verschlimmerte noch das Problem. Ich krieg das Motorrad gar nicht mehr an. Dazu kommt, dass es eine Stellung im Kurbeltrieb gibt, wo auch mit brachialer Gewalt der Kickstarter nicht nach unten zu bewegen ist.
      Ich habe den Zylinderkopf abgeschraubt und festgestellt, dass neues Kolben eingebaut sind. Mit einem Holzklotz habe ich mit dem Hammer den Kolben etwas zurückgeschlagen (ich sehe schon die Fachleute entsetzt aufschreien) mit dem Erfolg, dass ich den Kurbeltrieb wieder mit dem Kickstarter bewegen konnte, bis durch Zufall wieder die Stellung erreicht war, wo nichts ging.
      Meine Vermutung ist, dass Kolben mit zu geringen Spiel eingebaut wurden, die Reibung zwischen Kolben und Zylinder ist nicht fachgerecht. Gibt es unter den Fachleuten im Forum noch andere Auffassungen? Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht, wie kann Abhilfe geschaffen werden?
      In diesem Zustand kriege ich das Krad nie zum laufen und wenn doch, ist ein Kolbenfresser vorprogrammiert.
      Vielen Dank im voraus für die hoffentlich vielen Antworten.

      yochtan schrieb:

      Dazu kommt, dass es eine Stellung im Kurbeltrieb gibt, wo auch mit brachialer Gewalt der Kickstarter nicht nach unten zu bewegen ist.


      Ob es am Kurbeltrieb liegt weiß ich nicht, so eine Stellung gibt es bei Jolene auch. Gang rein einmal hin und her und geht.
      Ich hab aber eher mein Getriebe in Verdacht.
      Die Holzklotzmethode klingt nach James Bond Film :D
      Moin Moin
      Mit der Ruckelmethode habe ich auch kein Glück gehabt. Ich habe heute einen Gang eingelegt, die Kupplung gezogen und den Kickstarter vorsichtig getreten. Das Hinterrad hat sich einwandfrei und leicht durchgedreht. Es kann also nur im Motorbereich liegen. Für die Holzklotzmethode entschuldige ich mich, war aber die letzte Möglichkeit.

      yochtan schrieb:

      Für die Holzklotzmethode entschuldige ich mich, war aber die letzte Möglichkeit.


      Das mußt Du mit deinem Mopped ausmachen...ich hatte die Szene ab 5:00 im Kopf, hat etwas gedauert sie zu finden:


      Bei deiner Beschreibung bleibt wohl nur Motor und Getriebe raus und alles mal unter die Lupe nehmen.
      Es gibt zwar eine Totpunktstellung an der Kurbelwelle von wo sie nicht weiß welche die Richtige Richtung ist, betrifft aber die Bewegung durch Druck auf die Kolben...
      Moin Moin

      MattenMeier schrieb:


      Bei deiner Beschreibung bleibt wohl nur Motor und Getriebe raus und alles mal unter die Lupe nehmen.


      Wo er Recht hat hat er Recht... Alternativ vielleicht die Zylinder ziehen ohne den ganzen Antriebsstrang auszubauen. Aber das macht sich auf der Werkbank auch einfacher...
      Wie ist denn das Kickstartverhalten vom Getriebe her, wenn du einfach mal die Kupplung ziehst ? Damit kannst du wenigstens den Fehler auf Motor oder Getriebe eingrenzen. Eine Blockierstellung im Getriebe ist normal und auch bereits in der techn. Beschreibung erwähnt. Zahlreiche Techniker und auch ich selber haben das noch nicht in den Griff bekommen, eigentlich eine Schande...................
      Ansonsten nach Ausschluß des Getriebes Zylinder ziehen und Spiel messen (lassen).
      [align=center][color=#ff0000][size=14]"I tried religion, meditation, even therapy... then I realized all I really needed was more horsepower. "[/color][/size][/align][align=center][size=12][color=#0000ff][b]10.Russenboxertreffen Siegerland 15.06.-18.06.2017 Koordinate 51.001765,8.002274
      diesmal 4 Tage wegen Feiertag[/b][/color][/size][/align]
      (1) ist der Motor schon mal richtig gelaufen ?

      (2) gelöste Kupplungsschraube(n) ?
      zum Abtesten:
      Verschraubung des Getriebes an den Motor
      links und rechts oben drei Muttern auf Stehbolzen
      rechts unten Schraube von vorne her
      lösen ...
      bei Leerlauf und nicht gezogener Kupplung kicken > gehts dann leicht sind es gelöste Kupplungsschraube(n) ...
      Hallo Robert, vielen Dank für die Hinweise.
      Das Motorrad ist bei Übergabe kurz gelaufen, später hat sich das Problem mit den sinkenden Temperaturen (siehe Eingangsartikel) allerdings verschärft. Das Motorrad macht durchaus den Eindruck einer seriösen Restaurierung, obwohl bei näherem Hinschauen Teile verbaut wurden, die unsere Qualitätsstandards nicht erfüllen, aber das ist so und ich habe es gewusst und das auch das schöne an der alten Technik.
      Z.B. sind zwar neue Kolben verbaut, aber die Zylinderköpfe sind alt und die Innenflächen des Zylinders machen nicht den Eindruck, das sie nachgeschliffen wurden.
      Aber ich werde mal Variante 2 noch ins Auge fassen, vielleicht ist das Problem kleiner, als es z.Z. scheint
      Die zunehmende Ölviskosität bei niedrigeren Temperaturen sollte sowas nur minimal beeinflussen, oder anders herum: Wenn der Starter sich nur millimeterweise langsam runter bewegt bei 80 kg Belastung (d.h. er blockiert nicht, ist da irgendwas ziemlich im Argen.
      Auch widerspricht sich IMHO "seriöse Restaurierung" und "nicht bearbeitete Zylinder"... ?(
      Vielleicht ist in Deiner Nähe ja ein Forumsmitglied, das mal einen Blick auf die Sache werfen kann?

      Grysze, Michael
      Versuche es erst mal wie Robert geschrieben hat mit dem lösen des Getriebes. Wenn das nix bringt, dann gehts weiter. Immer schön langsam und Schritt für Schritt.

      SG
      Markus
      "Wo Rauch, da Feuer" - hab nen Feuerstuhl ;)

      Gehst Du noch, oder Fährst du schon?
      In dem Moment wo es immer noch leicht zu treten ist bei eingelegtem Gang und gezogener Kupplung, kann man das Getriebe und den Kicker ausschließen.

      Nun geht's weiter; Zylinder runter, drehts dann immer noch schwer, liegts am Kurbeltrieb oder dessen Peripherie....was ich aber bei letzterem nicht glaube, da hier eine 2:1 Übersetzung im Spiel ist.

      Meine Glaskugel sagt im Moment nur Es müssen nicht unbedingt die Kolben unpassend zu den Zylindern sein, es können auch zu stramme Ringe sein. Ein halbes Zehntel Stossspiel sollte schon da sein damit nix klemmt.

      Zu guter letzt besteht auch die Möglichkeit, das die Pleuel nicht winkelig zum Zylinder stehen und den Kolben schief stellen.....das merkst du wenn der Kurbeltrieb ohne Zylinder leicht dreht sowie die Kolben in den losen Zylindern normal schwer gleiten....(normal=ich sag mal man kann sie mit 1...2 Fingern bewegen).

      Also ich wüsste jetzt nicht wie man einen Defekt oder Montagefehler ausschließen soll ohne zu zerlegen.

      Einzig, ich würde vorher mal noch jemand treten lassen, mit Gefühl im Fuß und Erfahrung mit alten Boxern.....nicht das am Ende die Fehlerursache die eigene nicht vorhandene Kraft ist.....allerdings ist eine 750er SV Boxermaschine mit vielleicht 7:1 Verdichtung noch relativ gut anzutreten im Vergleich zu alten Harleys oder Hochverdichtetem....

      Ich wünsche gutes Gelingen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „der garst“ ()

      Hallo,
      vielen Dank für die konstruktiven Hinweise.
      Einen Mangel an Fähigkeiten beim Antreten kann ich, so glaube ich, ausschließen. Gibt es eine andere Möglichkeit, als mit dem gesamten Gewicht auf dem Kickstarter zu stehen, zu wippen bis der Beiwagen hochkommt mit dem Ergebnis ein müdes und langsames plub .. plub ? und das bei 80kg ?
      Aber ich glaube, alles andere macht viel Sinn und ist sicherlich eine gute Diskussionsgrundlage in einer Werkstatt, die sicherlich den gesamten Kurbeltrieb mit Zylindern und Kolben austauschen möchten. Ein wenig Fachwissen kann da wichtig sein und spart vielleicht auch manchen Euro.
      Obwohl ich noch am überlegen bin, das eine oder andere selbst zu machen.
      Viele Grüße aus Halle