Olga auf dem OP Tisch

      Olga auf dem OP Tisch

      Hallo Gemeinde

      Heute war der große Tag , Olga kam auf den Seziertisch.

      Unter Mithilfe von 2 Profis (Beides langjährige Automechaniker) konnte ich mich aufs eintüten von Kleinteilen und das Kaffeeholen und das Geben von generellen Anweisungen zur Abfolge der Schritte beschränken.

      Sehr aufmerksame Beobachter erkennen den Montagekarren den ich zu diesem Behufe fertigen ließ.


      Hier die ersten Fotos.
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      • Olga 1 9-6-2018.jpg

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      • Olga 2 9-6-2018.jpg

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      • Olga 3 9-6-2018.jpg

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      • Olga 4 9-6-2018.jpg

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      • Olga 5 9-6-2018.jpg

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      MattenMeier

      Die Farbe wurde telefonisch ausgehandelt , am Anfang wollte ich den karren einfach Stahl-roh. Also grauschwarz. Aber der Schlosser meinte das er das 8x8 Rohr nur in verzinkt da habe. Ob das ok geht , fragte er. Ich antwortete ihm , der Preis wurde schon verhandelt und bezahlt , also wenn er den Karren mit Blattgold belegen möchte ist es in seinem Ermessen.
      Einen Tag später gab es ein kleines Design-Problem zu lösen was mit der Fahrtüchtigkeit und Lenkbarkeit des Karren zu tun hat. Dann meinte der Schlosser das er mir den Karren gleich grundiert ausliefern werde.
      Mein Vorschlag war dann das er mir für 50€ extra gleich lackieren möge. Die Farbe wurde dann telefonisch nach Farbenvorrat des Schlossers entschieden "Englisch-Rot".

      Gruss Stefan
      Hallo Markus

      Da Motor und Getriebe schon vorher entnommen wurden ging es also hier um den Rest um ihn soweit zu zerlegen damit der Lackierer und Strahler loslegen können.

      Was man den Mechanikern beibringen musste war, das es auch Linksgewinde an Maschinen gibt. Jedesmal wenn das vorkam gab es Diskussionen wie rum man also drehen soll.
      Aber die produzierten Schäden wegen Übermut der Schrauber halten sich in Grenzen. Mir war klar das wo gehobelt wird auch Späne fallen.

      Eine positive Überraschung war die Vorderradschwinge. Der mögliche schlechte Zustand der Dämpfermechanik machte mir Sorgen. Aber nein, alles wunderbar in Öl gebadet und ließ sich ohne Kraftaufwand zerlegen.
      Nur einer der Dämpferkolben brauchte etwas Nachhilfe mit einem Dorn und einem Gummihammer.
      Auch die Schwingarmwellen sehen Tiptop aus , sowohl die Lagerflächen wie auch der Vielzahn.

      Also irgendjemand muß in den letzten 60 Jahren der Olga wohl Wartung und Pflege gewidmet haben , und das zahlt sich nun aus.

      Ich halte euch auf dem Laufenden.

      Gruss Stefan
      So , gestern und heute wurde ein bischen gearbeitet.

      Die Räder sind nun völlig zerlegt. Es gab eigentlich keine bösen Überraschungen , lediglich das Ersatzrad, was am wenigsten Liebe und Zuneigung vom Vorbesitzer erfuhr , war widerspenstig und brauchte ein Bad in WD40 , trotzdem mussten an dem Rad die Speichen der Flex zum Opfer fallen. Sie waren beim besten Willen nicht zu lösen.

      Um an die Radlager mit allem Drumherum ranzukommen hab ich mir aus einem Stück Flachstahl und einigen alten Märklinbaukasten-Wellen (4mm Durchmesser) einen Stirnlochschlüssel maßgefertigt. Er sieht zwar recht klobig aus , aber erfüllt seinen Zweck ganz hervorragend und verträgt auch einen herzhaften Hieb mit dem Hammer.

      Ich habe mir die Maße für meinen Schlüssel aus der kompetenten Quelle besorgt. Der sowjetische sieht zwar viel eleganter aus als meiner , dafür hat mein Konstrukt einen längeren Hebel und ist "Hammer"-geeignet.

      Wer die Maße für den Stirnlochschlüssel sucht , möge bitte Diagramm 1 , 2 , 3 konsultieren , für die relevanten Informationen sind keine Russischkenntnisse nötig.

      Gruss Stefan
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      • Radlagerschraube.jpg

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      • Naben und Felgen.jpg

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      • Diagramm 1.jpg

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      • Diagramm 2.jpg

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      • Diagramm 3.jpg

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      Heute war das Getriebe dran !

      Ich komme im nächsten Post zu den Überraschungen die mich erwarteten.

      Jetzt zeige ich ein Werkzeug was ich mal vor 2 Jahren erwarb ohne genau zu wissen ob ich es mal brauchen könnte. Ein Radlager-Austreibwerkzeug zum entfernen von Lagerringen in Sacklöchern wo man von hinten nicht rankommt.

      Angewendet am hinteren Rollenlager der Getriebehauptwelle meiner Olga.

      Hier die Fotos

      Gruss Stefan
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      • Zughammer angesetzt.jpg

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      • Zughammer komplett.jpg

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      • Zughammer fertig.jpg

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      Nun zu den Überraschungen....

      Als ich das Getriebe noch komplett auf dem Tisch hatte spielte ich ein bischen an den Wellen. Dabei merkte ich das beim Drehen an der Hauptwelle ein klackerndes Geräusch auftrat , egal welchen Gang man drinhatte , auch im Leerlauf.
      Wenn ich nun gleichzeitig die Anwerferwelle berührte , spürte ich das dieses Klackern sinchron von Schlägen auf dieser Welle begleitet war.
      Damit war mir klar das die Anwerferklinke offenbar in Ruhestellung nicht freilief , sondern an der Ratsche des Anwerferzahnrads aneckte.

      Damit war die Entscheidung gefallen : Alles raus und nachgucken !

      Ich erinnerte mich das der Anwerferhebel der Olga als sie mir geliefert wurde und ich die ersten Startversuche unternahm sehr träge in seine Ruhestellung zurückkehrte , das hätte mich stutzig machen müssen.
      Aber da die Olga beim Anspringen sowieso klang wie ein Blecheimer voller alter Schrauben mit dem Fußball gespielt wird habe ich dieses Klackern aus dem Getriebe völlig überhört.

      Bei der Probefahrt ließ sich das Getriebe einwandfrei ohne Kraftaufwand und sauber schalten , damit dachte ich das ich mich wohl um das Getriebe vorerst nicht kümmern brauche.

      Aber wie erwiesen , weit gefehlt.

      Die Obduktion ergab dann genau den erwarteten Befund. Anwerferklinke ist über den Jordan gegangen.

      Der kleine Deckel mit zwei Schrauben , der die vordere Lagerung der Anwerferwelle bildet , ließ sich ohne das er sich etwa dabei drehte von seinen Schrauben befreien. Er war mit Bärenscheisse angeklebt. (wie praktisch alles an dem Getriebe). Als er sich endlich löste machte er nur eine träge viertelumdrehung.

      Damit war mir klar warum der Anwerferhebel so träge war beim Zurückfedern.

      Der letzte Mensch der dieses Getriebe wohl zerlegte hatte beim Zusammenbau nicht auf die nötige Vorspannung geachtet die diese Feder beim Einbau braucht. (Das Truppenhandbuch gibt darüber Auskunft)

      Ich werde mir wohl ein Werkzeug basteln müssen das mir gestattet die Feder mit Deckel über eine volle Umdrehung vorzuspannen , mit einer Hand die Spannung zu halten und mit der anderen die Schrauben einsetzen und anziehen kann.

      Benötigte Neuteile : Anwerferklinke , neue Feder , neue Lager und Dichtsatz für das Getriebe.

      Gruss Stefan

      Ergänzung : Habe gerade nochmal die Literatur konsultiert. Die Vorspannung der Anwerferfeder ist 225º gegen die Uhr.
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      • Moderne Nebenwelle mit M72 Hauptwelle.jpg

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      • Filzring 1 an Schaltwippenbuchse.jpg

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      • Anwerferklinke.jpg

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      • Anwerferratsche.jpg

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      • Anwerferrückholfeder.jpg

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      gullidreck , Jacob Jundt

      Ich hab keine Heissluftpistole , nur einen Campinggasbrenner. (der wird beim Zusammenbau des Getriebes arbeiten müssen)

      Dafür habe ich meinen tollen Zughammer aus dem Koffer geholt!

      Gruss Stefan
      Das Vorspannen der Feder geht auch mit einer guten Rohrzange !
      das ganze bei noch geöffneten Getriebe, um zu sehen ob die Klinke unter Spannung auch am Anschlag anliegt !
      in mein Bastelbuch wurde notiert .. beachte beim Einbau : als erstes die Feder in den Deckel einhängen und erst danach die Welle mit Klinke durch die Feder schieben und befestigen !
      (da gab es wohl Probleme beim Zusammenbau)




      grüße :)
      Hallo gullidreck

      Ich schätze ich werde wenn es soweit ist mal eine provisorische erste Montage der Anwerferwelle durchführen ohne die anderen Wellen. Dann kann ich durch die rechtsliegende Öffnung reingreifen und an dem Anwerferzahnrad drehen um zu prüfen ob die Klinke das Zahnrad freilaufen läßt.

      Gruss Stefan

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      ach und falls du noch eine verschweißte Schaltwelle/Wippe hast und noch keine Verschraubte, dann auch gleich mit wechseln !
      denn dies war der Grund, warum ich mein Getriebe zerlegen musste !
      ein schnöder Dichtring an der Schaltwelle, der auch ohne Ausbau und zerlegen hätte getauscht werden können !

      aber ich sehe gerade, hier geht es ja um eine CJ ..





      grüße :)

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      gullidreck

      Meine Schaltwippe sieht eigentlich ganz koscher aus. Das einzige was ausgenudelt aussieht und in dem Klinkenhebel der Schaltung rumwackelt wie nicht gescheit ist der Führungsstift an der Schaltwippe. Ich überlege ob man den nicht ausbohren kann. Er sitzt sowieso locker. Dann wird der Stift auf der Drehbank gefertigt und neu da reingepresst.
      Ich weiss wirklich nicht ob ich wegen so ein bischen Stift eine neue Wippe brauche , vor allem weil meine in ihrer Buchse kein spürbares Spiel hat.

      Gruss Stefan
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      • Schaltwippenwelle.jpg

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      Heute war ein geruhsahmer Tag , nur zerlegen des Scheinwerfers mit Sichtung seines Innenlebens.

      Keine peinlichen Überraschungen , nur das übliche , neue Tachowelle , neuer Bowdenzug für den Abblendschalter , neue Gummitüllen für die Elektrik , neues Rotlichtglas , son Kleinkram halt kommt in das nächste Paket.

      Verärgert war ich über den Tacho , seine verchromte Kappe mit Glas die über die Tachoscheibe gestülpt wird , war am Ring gebrochen. Jetzt werde ich sehen wo ich so einen Tachodeckel mit Glas auftreibe und eine neue Tachoscheibe , denn da blättert die Farbe ab und am Rand ist sie rostig.

      Anderes Thema , ich habe meinen frisch aufgebauten Motor in der guten Stube auf der Werkbank.
      Beim Spielen an der Schwungscheibe , also beim Drehen der Kurbelwelle , tritt bei jeder zweiten Umdrehung ein metallisches Klack auf. Das macht mich ein wenig nervös.
      In meiner Welt dürfen frisch aufgebaute Motoren beim kalten Durchdrehen keine Klackgeräusche machen.

      Da das "Klack" bei jeder zweiten Umdrehung und an der gleichen KW-Stellung auftritt , schließe ich den Kurbeltrieb als mögliche Ursache aus.
      Das andere Bauteil was sich mit halber Geschwindigkeit dreht ist die Nockenwelle.
      Welches Bauteil kann denn da "Klack" machen?
      Das einzige was lose von der Nockenwelle mitgenommen wird und nicht fest mit ihr verbunden ist , ist die Entlüfterscheibe.

      Aber die Entlüfterscheibe selbst kann nicht "Klack" machen !
      Also hab ich den Mitnehmerstift in Verdacht. Wenn der nämlich nicht ganz fest sitzt und ein bischen in seiner Längsachse wandert könnte er schon mit irgendwas regelmäßig beim Drehen der Nockenwelle kollidieren.

      Kennt einer von Euch das Phänomen ?

      Gruss Stefan
      Hallo Stefan, ein loser Mitnehmerstift lässt sich doch sehr leicht feststellen ...
      Geräusche lediglich nach schriftlicher Beschreibung zu bewerten ist stochern im Nebel. Bei den ( SV) Motoren , die ich bisher neu aufgebaut habe gab es beim Durchdrehen immer irgendwas zu hören..und die laufen gut.
      Wenn Du sicher bist alles richtig gemacht zu haben, bau ein und fahr.
      Heute hab ich mir mal die Dämpfer der Schwinggabel angeschaut.

      Was den Zustand von Kolben und Dämpfergehäuse angeht war ich positiv überrascht. Die Kolben waren alle im Nennmaß. Leichte Spuren am Frontteil wo der Dämpferhebel zuschlägt. Kolbenhemden für 60 Jahre hervorragend.

      Die Dämpferhebel ("Innerer Hebel" in der Schwinggabel Repanleitung ) sahen nicht so gut aus. Einer der Ausleger die die Schwingenbewegung auf die Kolben übertragen war haarscharf unter Maß , der andere war über einen Millimeter unter Maß verschlissen. Das bedeutet Arbeit : Aufschweissen , Nacharbeiten , neu härten.

      Interressant ist die Arbeitsweise dieses Dämpfersystems! Wie man sieht gibt es je ein System für das Einfedern und für das Ausfedern.

      Der Kolben der beim Einfedern arbeitet hat 3 Bohrungen rund um seine Prallfläche zum Hebel , der Kolben der beim Ausfedern arbeitet hat 6 Bohrungen .

      Das heißt die Schwinggabel reagiert steifer beim Einfedern , dafür aber weicher beim Ausfedern.

      Zusätzlich gibt es im Innern kleine gefederte Ventile die beim Beaufschlagen von vorn , also von der Seite wo die Bohrungen des Kolben sitzen , den Ölfluss schließen. Damit wird das Öl das sich hinter dem Ventil befindet gezwungen beim Arbeitstakt sich einen unbequemen Weg durch den Spalt zwischen Ventilaussenrand und Kolbeninnenseite zu suchen um zu den Löchern zu gelangen an der Spitze des Kolbens. Das Ventil sitzt mit Spiel in dem Kolben.
      Beim Rücklauf des Kolbens allerdings öffnet das Ventil und gestattet dem Öl einen bequemen Weg durch eine zentrale Bohrung im Ventil.

      Auf diese Art wird der Hauptfeder des Dämpferkolbens die Arbeit erleichtert den Kolben beim Rücklauf dem Dämpferhebel nachzuführen.

      Hier die Fotos

      Gruss Stefan

      PS.: Iwanbobber , den Motor mach ich später auf , Dichtungen für den Steuerkasten hab ich genug.
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      • Dämpfergehäuse.jpg

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      • Schwingarm.jpg

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      • Ventil geschlossen.jpg

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      • Ventil geöffnet.jpg

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      Hier noch Fotos der Dämpferhebel mit ihren mehr oder weniger verschlissenen Auslegern.
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      • stark verschlissen.jpg

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      • weniger verschlissen.jpg

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