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1

26.05.2014, 21:20

Unterdruck an der Madenschraube am linken Zylinder?

Ich wollte mal sehen, wieviel Öl in der Bohrung hinter der Madenschraube am linken Zylinder unterwegs ist und hab sie bei laufendem Motor rausgedreht. Da kam nix. Also Daumen draufgehalten, dabei hab ich einen leichten Unterdruck gespürt.
Öl ist im Motor, wird auch umgewälzt, es kommt welches an den Stößeln raus. Kann man schön bei abgenommenem Ventilspiel-Einstelldeckel sehen.
Wenn ich den Daumen lang genug auf dem Loch drauflass, kommt irgendwann Öl.

Hat der Unterdruck was mit dem Drehschieber der Gehäuseentlüftung zu tun? Also das war mein Gedanke, dass durch den Unterdruck im Gehäuse das Öl wieder zurückgesaugt wird, sobald die Madenschraube fehlt. Wenn sie drin ist, ist der Kanal ja gegen die Atmosphäre abgedichtet und es kann sich Druck aufbauen. So meine Theorie. Liege ich da richtig oder ist das Bullsh*t und irgendwas am Motor stimmt nicht?
Der Motor hat jetzt 200km drauf und läuft soweit gesund.

MfG Leo

2

26.05.2014, 22:48

Eigentlich muss da Öl auslaufen, wenn die Madenschraube weg ist.
Ölkanal am Zylinderfuß verstopft? Ist ja nur eine Nut, da kann sich auch eine Papierdichtung reinlegen und alles zumachen / aufquellen.
Dichtmasse reingelaufen bei der Montage?

Das mit dem Unterdruck kommt mir noch spanischer vor.
Weiß nicht wie der entstehen soll, die Ölpumpe baut ja einen Überdruck auf.

SG
Markus

3

27.05.2014, 07:33

Ich weiß nicht wie viel Öl da normal ankommen muss, aber viel Druck hat der Ölkreislauf ja nicht. Das sich Unterdruck bildet ist nachvollziehbar und spricht für eine funktionierende Motorentlüftung. Diese ist immer zu wenn die Kolben zum OT marschieren und das Gehäusevolumen sich vergrößert, ergo Unterdruck entsteht. Nun könnte sich durch das erhöhte Druckgefälle Öl an einem verengtem Ölkanal durchmogeln, was der Öldruck allein nicht schafft. Vermutung ist aufgeqollenes Dichtungspapier.

Norm

4

27.05.2014, 17:41

Also das war mein Gedanke, dass durch den Unterdruck im Gehäuse das Öl wieder zurückgesaugt wird, sobald die Madenschraube fehlt. Wenn sie drin ist, ist der Kanal ja gegen die Atmosphäre abgedichtet und es kann sich Druck aufbauen. So meine Theorie. Liege ich da richtig

da hast du genau richtig gedacht !!!!!

Gruß Radi

5

27.05.2014, 21:00

da hast du genau richtig gedacht !!!!!

Ja,kann man nachvollziehen,,daß Öl aus den Enden der Schmierleitungen an den Hauptlagern abgesaugt wird und dann an der offenen Schraube Unterdruck entsteht.

Gibt es irgendwo eine Wartungsvorschrift,nach der bei offenem Deckel geprüft wird?

6

27.05.2014, 21:34

Ich glaube nicht das das Öl von den Hauptlager her vom Unterdruck im Gehäuse "abgesaugt" wird. Der Ölkanal zum linken Zylinder ist m.E. nach ein Stichkanal. Demnach bleibt bei Verstopfung selbigens die restliche Ölversorgung von der Pumpe bis zu den KW Lagern erhalten, also unter Förderdruck.
Der spürbare Unterduck an der Zylinderbohrung kann eigentlich nur von den Ölbohrungen in der Zylinderwand kommen.

Norm

7

27.05.2014, 21:58

Der spürbare Unterduck an der Zylinderbohrung kann eigentlich nur von den Ölbohrungen in der Zylinderwand kommen.

Ja,ist sicher denkbar. Vorschläge zur genaueren Erkundung?

8

27.05.2014, 22:10

Zylinder ziehen und gucken?

Norm

9

28.05.2014, 00:05

Ich wollte mir heute mal das Schmierkonzept vom SV näher anschauen und hab den alten Motor zerkleinert...
Vier Stunden und einige größere Ölpfützen später war ich nicht wirklich weiter.
Hab dann meine Mühle nochmal angeworfen, die Madenschraube rausgedreht und den Finger aufs Loche gehalten. Erst Unterdruck(gefühlt), dann den Finger langsam weggenommen und dabei Gas gegeben. Es kam ein Strahl Öl raus.
Ob das jetzt daran lag, dass der Motor und das Öl heute kalt und gestern warm waren weiß ich nicht. Mir gefällt meine Theorie mit der Gehäuseentlüftung, den Atmosphären und dem Drehschieber ganz gut, Radi unterstützt mich da wohl. Ich werds beobachten. Vielleicht ist das sowas wie die Hummel, die eigentlich nicht fliegen kann, aber nix davon weiß :D

Zur Unterhltung noch zwei Bilder aus dem Innerem vom alten Motor(Fachwerkstatt blabla keine Rechnung blablubb).
Das eine zeigt Dichtringreste und einige verschieden große Alukugeln. Fundort war die Ölwanne. Die Alukugeln konnte ich mir nicht erklären, ein Bekannter meinte, es hätte irgendwas auf Alu gerieben, es dabei geschmolzen und Kugeln geformt. Klingt plausibel und irgendwie erschreckend.
Auf dem zweiten sieht man die Ölwanne selbst, darin einen mit doppelseitigem Klebeband befestigten Stabmagneten und einen verlassenen Streifen doppelseitiges Klebeband. Vermutlich war da auch ein Magnet, der aber nirgends im Motor zu finden war. Vielleicht zerkaut, verdaut und ausgeschieden :whistling:

MfG Leo
»Fusselkopp« hat folgende Bilder angehängt:
  • magnet.jpg
  • brösel.jpg

10

28.05.2014, 08:26

Servus Leo!

Die Kugerln, schauen eher aus, wie wenn da wer was geschweißt hat. Oder vom Gießen noch übrig, wie üblich bei den Russengehäusen.....
Um so eine Reibung zu erzeugen, dass das Alu schmilzt und Kugeln bildet.... ich weiß nicht, denke da steht der Motor bevor das Alu zu schmelzen beginnt.

Schön wenn ein Strahl kommt, wenn man Gas gibt. Somit ist dein Schmiersystem in Ordnung und du kannst weiterfahren.

SG
Markus

11

28.05.2014, 10:07

ein Bekannter meinte, es hätte irgendwas auf Alu gerieben, es dabei geschmolzen und Kugeln geformt.
Alu (reines Alu) schmilzt bei 660,3 °C. Wenn das im Motor erreicht worden wäre, wäre zuvor die KW auf die Strasse getropft/geplumpst. ;(

12

28.05.2014, 15:15

Ich hab heute noch weiter gewurschtelt und bin zu folgendem Schluss gekommen:
Im oberen Totpunkt hat der Kolben längst die drei Ölbohrungen im Zylinder freigegeben. Also kann der Unterdruck im Gehäuse durch diese Bohrungen und den Kanal an meinem Finger nuckeln.
Demnach ist das, was ich vorgestern beobachtet habe, völlig normal.

Im völlig zerlegten Motor hab ich eine Stelle gefunden, die sieht aus als hätte da jemand geschweißt. Spricht für k-mehl-treibers Vermutung.
Unterm Antriebszahnrad der Ölpumpe waren Fressspuren, außerdem sind die Pleuelaugen und Ölschleuderbleche stark angelaufen. Vielleicht sind die Tropfen/Kugeln auch von einem durchgebrannten Kolbenboden, wer weiß.

Und was hats gebracht? ich weiß jetzt wieder mehr über das Innenleben vom SV, hab zwei neue Aschenbecher(Kolben :D ), zwei Blumentöpfe(Zylinder), einen Eimer voll Dreck, Dichtungsreste und verwürgte Schrauben und eine 36er Nuss, die ich kaufen musste. Hab ich aber schon länger gebraucht.

MfG Leo

13

28.05.2014, 17:25

Hallo
mal so, die meisten SV Zylinder haben diese Bohrung mit Madenschraube garnicht!
welches Werk daß produziert hat, weiß ich leider nicht.

Gruß Radi

14

28.05.2014, 17:40

Dnepr in Kiev hat das produziert an den K750 / MT12. M72 und Chang hat sowas nicht.