Dnepr MT16 läuft schlecht

  • Hallo zusammen,


    ich habe mir vor einigen Wochen eine eine Dnepr MT16 (größtenteils) zugelegt.Wie erwartet ist an der Maschine noch einiges zu machen. :D
    Da ich bis jetzt nur meinen Thread „Angebotsauswertung“ hatte wollte ich jetzt mal einen neuen technischen Teil eröffnen.


    Probleme:
    Die Maschine springt sehr schlecht an und läuft auch schlecht.


    Was habe ich gemacht:

    • Vergaser wurden von mir überholt und zusammengebaut. Der Schwimmer bewegt sich leichtgängig und verklemmt nie. Die Schwimmerhöhe ist auch ok (Unterkante parallel zu der Dichtfläche). Alles Düsen sind neu und wurden auf Beschädigungen kontrolliert.
    • Gaszug wurde eingestellt (mit ca. 2 mm Spiel auf beiden Sieten)
    • Ventile sind 100% dicht
    • Ventilspiel wurde immer kontrolliert und ggf. nachgestellt (0,1 und 0,15)
    • Zündung wurde eingestellt (Soweit das möglich war)
    • Batterie ist neu und wird regelmäßig aufgeladen
    • Zylinderlaufbuchsen wurden auf die gleichen Maße links und rechts abgedreht(Ich hatte auf dem rechten Zylinder nur 5bar Kompression; Beim Vergleich beider Laufbuchsen konnte man deutliche Unterschiede sehen. Die recht Laufbuchse war 1,7mm länger (gemessen von Flansch zum Motorblock bis zur Fläche für die Zylinderkopfdichtung). Ich habe die rechte Laufbuchse um 1,7mm abgedreht um die Maße der Brennkammer auf beiden Seiten anzugleichen. Die Kompression war danach 6,5bar. (Besser aber noch nicht gut) Links ist die Kompression 7,5 bar (Habe ein billigen Kompressionsmesser deshalb könnten die 7,5 auch 8,5 bar sein…)Kopfdichtungen sind neu.
    • Neue Zündkerzen verbaut (Links eine mit langem Gewinde/ rechts mit kurzem) Die restlichen Maße von den Zylinderköpfen scheinen gleich zu sein)
    • Kolbenringe haben ca. 0,5mm Stoß; Ein Ölabstreifring ist links und rechts unterschiedlich.Zylinderdurchmesser: 78,515Kolbendurchmesser ist: 78,4habe nur an wenigen Stellen gemessenIn meinem alten Thread „Angebotsauswertung“ wurde gesagt, dass die Kolbenringe nicht mehr gut aussehen

    Probleme:

    • Zündung:Wenn die Schwungscheibe auf P steht kann man durch drehen der Zündung im Uhrzeigersinn mit voll ausgefahrenen Fliehkraftversteller den Zündpunkt nicht erreichen. In dieser Stellung steht dieser Plastikpin noch immer ca. 1mm vor dem Nocken auf der Welle. Erst wenn ich die Schwungscheibe ein wenig weiter drehe (ca. 2cm) kann ich den Zündpunkt erreichen.

      • Entweder muss die Markierung auf der Schwungscheibe falsch sein
      • Die Nockenwelle ist falsch ausgerichtet
      • Die „Nockenwelle“ auf dem Zündapparat ist falsch montiert worden

    Kennt Ihr so ein Problem bei der Zündung?


    Kompression:

    • (Links 7,5 / rechts 6,5)Linker Zylinder läuft nur selbstständig wenn man ordentlich Gas gibt. Der rechte läuft garnicht selbstständig. Alles scheint Dicht zu sein. Hübe sind gleich. Maße sind gleich. Vergasertausch ändert nichts. Öl im Zylinder hilft nicht. Zylinder sind gehont.Da fallen mir nur noch die Kolbenringe ein. Um sicher zu gehen würde ich ein komplettes Set von Ringen, Kolben und Laufbuchsen bei Almot bestellen.Dazu vielleicht 2 gleiche Zylinderköpfe.

    Link zum alten Thread „Angebotsauswertung“ mit ein paar Bildern:
    Angebotsauswertung


    Hoffe Ihr könnt mir ein paar Tips geben wie Ihr die Probleme angehen würdet.


    Gruß Matthias

  • Hallo Matthias,
    bei der Kompression sollte der Motor laufen.
    Ich würde die Zündung erst mal auf die „Spät“ Markierung einstellen( Eventuell die Fliehgewichte mit einem Gummi sichern). Die ist zum Starten wichtig.
    Hilfreich für weitere Antworten ist auch die Kenntnis, welche Vergaser eingebaut sind.
    Auch deine MT wird laufen!!

  • Ich wollte ja eine Maschine zum basteln :D
    Der Motor läuft aber schlecht. Man kann auch damit fahren.


    Die Vergaser sind K68.
    Die Spät Markierung habe ich noch nie gesehen. (Das ist nur P und die OT-markierung / Und zwei Eddingmarkierungen :D)
    Aktuell müsste die Zündung ja verspätet kommen. (Ca. 5°)


    Ich finde es nur komisch das ich garkeine Wahl habe die Zündung richtig einzustllen.
    Das bedeutet für mich das die Nockenwelle falsch markiert, die Markierung auf dem Schwungrad flasch oder die Zündvorrichtung mit dem Nocken falsch ist.

  • Das bedeutet für mich das die Nockenwelle falsch markiert, die Markierung auf dem Schwungrad flasch oder die Zündvorrichtung mit dem Nocken falsch ist.


    Ist es technisch möglich, dass der "Mitnehmer (Nr.11)" falschherum montiert wird? Falls möglich ,überprüfen.

  • Echte K68? Die Nachbauten haben nicht den besten Ruf.
    Die Markierungen kann (muss man eigentlich) mit einer Gradscheibe oder Messuhr kontrollieren.
    Wenn du die Zündung so einstellst, dass du die OT Markierung gerade siehst, reicht das erst mal. Damit springt sie vernünftig an.
    Wenn der Rest i.O. ist.....

  • welches Gesamtmaß hatten den die Zylinder vor Spanabnahme vom Fß zum Kopf gemessen ?


    Ich hoffe, du hast einen Angleich vorgenommen, in dem du die Maße von der Kopfdichtfläche zum Kolbenboden gemessen hast und dich nicht einfach auf die Zylinderlänge verlassen hast. Die Zylinderlänge sollte auf der sicheren Seite ca. 107mm sein, original sind die 109-109,3mm. 106,5mm geht bei manchen Motoren nicht, dann stößt schonmal ein Kolben an. Bei 107 bist du auf der sicheren Seite.


    Auf den Mitnehmer des Fliehkraftverstellers wurde schon hingewiesen, und verlass dich nicht auf Zündmarkierungen. Ob die Nockenwelle verdreht eingebaut ist siehst du, wenn der Räderkasten abgenommen wird, sowie die Zentrifuge.

  • Falsch gefräste Nockenwellen gibt es auch noch, da passt die Abflachug für die Zündung nicht zum Rest...

  • Hallo,


    ich habe heute Morgen ein paar Sachen überprüft:

    • Die Markierung OT stimmt genau (Mitt einer Messuhr nachgeprüft)
      Damit sollte auch die Zündmarkierung OK sein
      Da die Zündung nur max. um 5° vesetzt Startet (Eher 2-3°) sollte das doch auch keine wirklichen Probleme verursachen.
      (Der Mitnehmer ist auch richtig montiert)
    • Die Länge der Zylinder (Nicht Gesamtlänge sondern von von der Zylinderkopfdichtungsauflagefläche bis zu der Flanschfläche zum Motor) sind beide Zylinder 107mm lang


    Jemand hat mit noch in einer privaten Nachricht ein paar gute Tips gegeben.
    Meine Zylinder liefen nur schlecht/garnicht alleine. Muss ich die abgesteckte Zündkerze mit Masse verbinden damit der andere besser weiterläuft?
    Bis jetzt habe ich die abgesteckte Kerze einfach hängen lassen oder auf den Zylinder gelegt.


    Mfg Matthias

  • Die Länge der Zylinder (Nicht Gesamtlänge sondern von von der Zylinderkopfdichtungsauflagefläche bis zu der Flanschfläche zum Motor) sind beide Zylinder 107mm lang


    das habe ich auch nicht gemeint, du mußt die Kolben schon im Motor haben und die KW Richtung OT drehen und mißt dann das Maß auf beiden Seiten von der ZK Dichtfläche bis zum Kolbenboden.


  • Hmm, Wie kommt wohl am besten ein geschlossener Sekundärstromkreis zustande?


    Die Zündschaltung ist doch nicht von dem Primärstromkreis galvanisch getrennt. Die beiden Stromkreise haben doch die gleiche Masse.
    Somit ist doch solange eine Kerze eingebaut ist ein Sekundärstromkreis (Spule --> Kerze --> Motorblock/Masse) vorhanden.
    Oder verstehe ich das falsch?


    Was mir noch nicht so klar ist:
    Ich habe ca.0,25 Volt Spannung an dem Unterbrecher wenn der Kontakt geschlossen ist. Wenn der Nocken den Unterbrecherhebel anhebt und somit kein Kontakt mehr vorhanden ist steigt die Spannung auf 11Volt.
    Sollte das nicht genau andersrum sein? Bei geschlossenem Kontakt 12V und bei offenen Kontakt 0V ... Und beim Abfall von 12V auf 0V wird die Hochspannung induziert?

  • Ja, haste beides falsch verstanden:


    https://www.hella.com/techworl…ektronik/Zuendspule-2886/ - Abschnitt Doppelfunkenzündspule und das Bild dazu


    Und bei dem von Ego! verlinkten Bild: Unterbrecher schaltet den Masseanschlusse der Zündspule auf Masse, die andere Seite liegt permanent an 12V. Wenn der Unterbrecher öffnet wird der Stromfluss unterbrochen, das Magnetfeld bricht zusammen und die Hochspannung wird dadurch induziert.


    Wenn der Unterbrecher offen ist, also nicht auf Masse geschaltet hat liegt auf der Seite die mit der Spule verbunden ist logischerweise 12V an.


    Und noch ein bisschen Wiki-Wissen dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCndspule

  • ist ein Sekundärstromkreis (Spule --> Kerze --> Motorblock/Masse) vorhanden.


    Drehen wir uns doch mal gemeinsam im (Sekundär-Zünd-)Stromkreis.
    Sekundärwicklung-Zündkabel-Kerzenstecker-Zündkerze(die eingeschraubte)-"Zündfunke"-Masse....
    soweit die erste Hälfte des Kreises...


    Jetzt Du...


    Wie geht es weiter (zurück zur Sekundärwicklung) damit der Kreis geschlossen ist?

  • Also :D :


    Sekundärwicklung-Zündkabel-Kerzenstecker-Zündkerze(die eingeschraubte)-"Zündfunke"-Masse.... - Zündkerze 2 - Kerzenstecker - Zündkabel - Sekundärwicklung


    Wenn das stimmt: Wie kann dann überhaupt ein Zylinder weiterlaufen ohne das der andere Zündstecker an dem Motorblock anliegt?
    Dann sollte doch der Sekundärstromkreis komplett unterbrochen sein und keine der beiden Zündkerzen sollte funken.




  • Dann sollte doch der Sekundärstromkreis komplett unterbrochen sein und keine der beiden Zündkerzen sollte funken.


    Für Doppelzümdspulen trifft das zu.
    Bei "einfachen" Zündspulen in einer "Verteilerzündung" (z.B. bei den SV-Russen im Originalzustand) ist das anders.

  • Je nach Zustand der (original russischen) Doppelzündspule würde ich mal theoretisieren das sich die Hochspannung ggf. auch einen anderen Weg sucht.


    Es wurde aber auch was geschrieben das die Kerze auf den Zylinder gelegt wurde. Wenn die im Kerzenstecker steckte kann das ja als (schlechte) Masse ausreichen, erst recht wenn der Stecker einen Blechmantel hat.


    Wir könnten uns jetzt noch eine Weile damit befassen das noch glaubhafter zu machen...

  • Ich werde am Wochenende die Zylinder wieder montieren und testen ob er besser auf einem Zylinder läuft wenn ich auf den Kontakt zwischen Zündstecker und Motorblock achte.
    Danach messe ich den Innenwiderstand der einzelnen Zündkomponenten um auszuschließen, dass ein Kabelbruch oder soetwas vorliegt.


    Quote

    das habe ich auch nicht gemeint, du mußt die Kolben schon im Motor haben und die KW Richtung OT drehen und mißt dann das Maß auf beiden Seiten von der ZK Dichtfläche bis zum Kolbenboden.


    Das Maß von ZK Dichtfläche bis zu dem höchsen Punkt des Kolbens war auf beiden Seiten gleich. Das genaue Maß hatte ich nicht aufgeschrieben.

  • Hallo,


    ich habe gestern die Zylinder wieder montiert und einen Startversuch gemacht.
    Leider ging die Maschine garnicht an.
    Als ich die Batteriespannung gemessen habe kam ich nur auf 11,4V (Obwohl die Batterie vor ner Woche komplett geladen wurde und nur für ein paar Startversuche verwendet wurde)
    (Gemessen wurde direkt von +pol auf -pol der Batterie)
    Sobald ich die Zündung einschalte fällt die Spannung sofort auf 10,4V und dann innerhalb von 10 sekunden in kleinen Schritten auf 9V.
    Die geringe Spannung oder auch ein Verbraucher der sehr viel Leistung zieht könnte doch auch ein Grund für das schlechte Anspringen und den ungleichen Lauf sein.
    Wieviel Volt benötigt eine Dnepr minimal damit Sie halbwegs ordentlich anspringt?


    Das habe ich bereits ausprobiert:

    • Masseschalter eingeschaltet ohne Zündung 11,4V
    • Zündung eingeschaltet mit allen Geräten angeschlossen 9V

      • Seitenwagenkabelbaum ausgestöpselt 9V
      • Zündspule getrennt (Das Kabel das zum Unterbrecher führt) 9V
      • Signalhorn abgestöpselt 9V

    Was ich als nächstes probiere:

    • Alle Massekontakte überarbeiten
    • Regler und Lichtmaschine abklemmen
      Reicht es wenn ich die + Klemme von dem Regler abschraub? Oder läuft die Lichtmaschine dann ohne Verbraucher und kann sich beschädigen?


    Gruß Matthias