Dnepr 650 OHV mit schweizer Teilen modifizieren?

  • Guten Tag liebes Forum!


    Ich möchte eine MT 16, die ich geerbt habe flott machen.

    Der Motor ist in unbekanntem und zweifelhaftem Zustand. Daher ziehe ich eine Vollrevision in Betracht.

    Die Revision mache ich selber, habe mal eine Lehre als Motorradmechaniker gemacht. Werkzeug und Maschinen sind auch grösstenteils vorhanden. Sollte also gehen.


    Die Firma Eicher Motos (Ehemaliger schweizer Dnepr Importeur) hat die Motoren für den Betrieb in der Schweiz stark modifiziert . Das heisst:

    -Modifizierte Ölpumpe (Mehr Druck)

    -verstärkte Kurbelwellenlagerhalterung (aus Stahl),

    -Verstärktes Kurbelgehäuse

    -Geschmiedete Kolben,

    -Stärkere Ventilfedern (1 Feder pro Ventil),

    -Von Eicher Motos selbst gefertigte Kurbelwelle (Einteilig, sind die originalen zweiteilig?),

    -Elektronische Zündung

    -vergrösserte Ölwanne

    -Modifizierte Stösselführung (Bessere Schmierung des Zylinderkopfes)

    -etc.


    Diese modifizierten Teile kann man bei der Firma noch kaufen. Jedoch werden die Teile zu Schweizer Preisen angeboten.


    Ich möchte einen möglichst standhaften Motor. Aber das Geld wachst bekanntermassen ja nicht auf Bäumen.


    Welche der Oben genannten Modifikationen rechtfertigen den um faktor 10 höheren Preis?


    Hat Jemand sonst noch irgendwelche Tipps, was die Standhaftigkeit eines 650er OHV Dnepr Motor verbessern würde?

    Welche Schwächen dieser Motoren sind euch bekannt?


    Mir ist klar, dass auch mit allen Modifikationen ein Dnepr Motor kaum an die Zuverlässigkeit eines Kahamasuki gpzfr 1000 rankommen wird.

    Aber trotzdem möchte ich den TCS (schweizer ADAC) nicht über Gebühr belasten.


    Gruss aus einer Berghütte im Schoggiland: Noah

  • Die werden von selbst schon mal zweiteilig, der Motor läuft dann nicht mehr so wirklich toll....

    Den Motor ordentlich warten und entsprechend fahren....

  • Hallo,


    den ganzen Schweizer Schmarrn brauchst nicht für eine haltbare und zuverlässige Dnepr.

    Das ist nur geeignet um die Geldbörse zu erleichtern.


    Aus meiner eigenen Erfahrung:


    Das wichtigste ist eine gute Basis aus den frühen Baujahren bis ca. 1983. Später wurde die Fertigungs- und Materialqualität zunehmend grottenschlecht. Aktuell erhältliche Ersatzteile sind großteils unbrauchbarer Schrott.
    Daher wo möglich mit guten alten Gebrauchtteilen aufbauen.

    Mit einem Motor oder Teilen aus den 90ern wird es nie was ordentliches, da helfen auch keine Schweizer Zauberteile.


    dazu noch eine elektronische Zündung, empfehle die Fuoz Saruman


    KW, Schwungscheibe und alle Kupplungs-Stahlscheiben dynamisch auswuchten, auf den KW-Wangen Gewichte anbringen damit ein brauchbarer Wuchtfaktor überhaupt erreicht werden kann.


    Pleuellagerspiel prüfen und die passenden Lagerschalen auswählen/anfertigen, in die Pleuel und Lagerschalen Bohrungen zur Kolbenkühlung anbringen


    Qualitätslager verwenden, vermessen und ausdistanzieren


    Steuerzeiten der NW prüfen und eine halbwegs gute NW finden


    runde und passende Steuerräder finden


    Ölüberdruckventil prüfen, ggf mit unterlegen einiger 6er Beilagscheiben den Öldruck erhöhen.


    Ölbohrungen, Zentrifuge und alle Übergänge der Ölleitungen genau Auf Dichtheit prüfen damit dort kein Öldruck verloren geht.


    Almot Kolben und Zylinder, Schöttle Kolbenringe, günstig und gut


    keine größere Ölwanne!


    keine russischen Vergaser, Dell Orto, Bing, Mikuni...


    und noch tausend Kleinigkeiten...


    Gruß

    Oliver

  • den ganzen Schweizer Schmarrn brauchst nicht für eine haltbare und zuverlässige Dnepr.

    Das ist nur geeignet um die Geldbörse zu erleichtern.

    Denke ich nicht, daß man all diese Sachen so pauschal verteufeln sollte. Wird sich bestimmt auch mal einer was bei gedacht haben.

    Mit einem Motor oder Teilen aus den 90ern wird es nie was ordentliches, da helfen auch keine Schweizer Zauberteile.

    Unfug! Da halte ich mal voll dagegen mit Baujahr '94!

    dazu noch eine elektronische Zündung,

    Wieviele "Kontaktzündler" fahren eigentlich für den Pannenfall 'ne Elektronikzündung im BW spazieren...?

    KW, Schwungscheibe und alle Kupplungs-Stahlscheiben dynamisch auswuchten, auf den KW-Wangen Gewichte anbringen damit ein brauchbarer Wuchtfaktor überhaupt erreicht werden kann.

    Naja, fällt schon eher unter "Feintuning". Nicht verkehrt, aber richtig teuer.

    Pleuellagerspiel prüfen und die passenden Lagerschalen auswählen/anfertigen, in die Pleuel und Lagerschalen Bohrungen zur Kolbenkühlung anbringen

    Bohrungen anbringen? Gefährliche Idee! Kostet Öldruck genau an der sensibelsten Stelle!

    Steuerzeiten der NW prüfen und eine halbwegs gute NW finden

    Jawoll! Essentielle Maßnahme!

    Ölbohrungen, Zentrifuge und alle Übergänge der Ölleitungen genau Auf Dichtheit prüfen damit dort kein Öldruck verloren geht.

    Sehr richtig. Und genau deshalb: keine Kolbenspritzölkühlungsbohrungen.

    Almot Kolben und Zylinder, Schöttle Kolbenringe, günstig und gut

    Das Beste, was man tun kann!

    keine größere Ölwanne!

    Doch.

    keine russischen Vergaser, Dell Orto, Bing, Mikuni...

    Teurer Fremdkrempel... Gute K68 machen auch, was sie sollen.

    und noch tausend Kleinigkeiten...

    Jou... Bremsen, Bowdenzüge, Zündkerzen...



    Ciao Rolf

  • Steuerzeiten der NW prüfen und eine halbwegs gute NW finden

    Wie stelle ich mir das praktisch vor?

    Alles aufkaufen, was greifbar ist; prüfen (lassen); den "Ausschuss" anderen andrehen (z.B. hier im Marktplatz)?

  • Wie stelle ich mir das praktisch vor?

    Alles aufkaufen, was greifbar ist; prüfen (lassen); den "Ausschuss" anderen andrehen (z.B. hier im Marktplatz)?

    Nein!!

    EBay 8)

  • Nockenwellen gibt es original und neu schon mit verschiedensten Profilen, von geht wie die Sau bis kommt nicht vom Fleck ist da alles dabei...

  • Auf den Hinweis mit der großen Ölwanne und die vernünftigen Vergaser:


    Doch.

    Teurer Fremdkrempel... Gute K68 machen auch, was sie sollen.


    Hmm, kleine Ölwanne und trotzdem keine Hitzeprobleme im Sommer aber nur mit Mühe Betriebstemperatur im Winter...jetzt stelle ich mir vor ich hätte die große Wanne dran.


    Gute K68...die teuren Fremdkrempel bekommt man wenigstens in gut, bei den K68 gibt man wohl gleich viel aus um vielleicht gute dabei zu haben.

  • darf ich fragen wie die Schweizer das Kurbelgehäuse "verstärken"??


    ...und WARUM machen die das??

  • Na ja, einmal hatte ich bereits einen Riss im Gehäuse, quer unter dem linken Zylinder, nach mehreren Jahren angestrengter Vollgasfahrt=O

  • Vielen Dank für die Antworten!

    Hab mal die beiden mir zu Verfügung stehenden Motoren etwas unter die Lupe genommen. Der Eine hat bereits eine vergrösserte Ölwanne drauf.

    Die werde ich übernehmen.


    Die Kontaktlose Zündung ist natürlich ein Muss. Hab da mal ein wenig nach dieser Saruman Zündung gesucht. Habe bis Anhin keine deutschsprachige / englische Shops gefunden, bei dem diese Zündung angeboten wird. Mal weiterschauen.


    In Sachen Vergaser möchte ich auch aufrüsten. Mein Vater hat immer einen Ersatzvergaser mitgeführt, falls einer während der Fahrt inkontinent wurde.

    Mir schwebt da einer in der Grösse 30mm vor, mit Beschleunigerpumpe (nach eigener Erfahrung ist der Kaltstart so problemloser, da man je nach Temperatur 1-2 Spritzer Benzin in den Ansaugtrakt spritzen kann). Ist ein 30er schon zu gross, oder einfach an der oberen Grenze?


    Betreffend Ölsystem bin ich mir nicht schlüssig. Hab da ne Website gefunden, in der zwei Optimierungen angeraten werden: http://www.cossack-motorcycles…roving-oil-system-dnipro/

    Die Ölpumpe auf Toleranzen zu prüfen erscheint mir sehr sinvoll. Das mit den 3 O-Ringen eigentlich auch. Aber eine drehende Welle mit O-Ringen zu dichten...Naja.

    Wenn ich mir jedoch die Bilder ansehe, erscheint es mir Möglich dort stirnseitig zwei Sitze für Wellendichtringe ranzuzimmern. Was sind eure Gedanken dazu?

    Eine Kolbenkühlung würde mich auch reizen. Ich denke mir, ich probiere es, und messe dann mal den Öldruck. Im Notfall müsste halt ein neuer Satz Pleuel her.

    Bei diesem Schweizer Händler werden modifizierte Stösselführungen "für eine bessere Schmierung des Zylinderkopfes" angeboten. Hat jemand eine Idee, was da modifiziert wurde?


    Zu den Nockenwellen: Wahllos Nockenwellen zusammenkaufen finde ich unpraktikabel. Mal die Vorhandenen Nockenwellen ausmessen, und dann gegebenenfalls zum schleifen geben? Muss ich mal überdenken.


    Den Kurbeltrieb dynamisch zu wuchten scheint auch eine gute Idee zu sein. Gibt da ja ein super Video auf Youtube. Wäre einen Versuch wert.

    Ist ein Geduldsspiel, aber mit meinen Mitteln durchaus umsetzbar.


    Wie die Schweizer das Gehäuse verstärkt haben? Keine Ahnung. Könnte ich da mal nachfragen.

    Warum sie das getan haben? Ich habe schon mehr als einmal von Brüchen der Kurbelgehäuse in der Nähe der Zylinderflänsche gehört. Man munkelt, das Problem der Brechenden Gehäuse seien die starken Vibrationen des russisch gewuchteten Kurbeltriebes.


    Der Hauptgrund warum Eicher Motos einen so hohen Aufwand für die Modifizierung dieser Motoren betrieben hat , ist die zweijährige Garantie, die er auf verkaufte Neufahrzeuge geben musste. Mit den originalen Motoren wäre Das wahrscheinlich sein Untergang gewesen.

    Die Rechnung scheint aufgegangen zu sein. Die Dnepr Vertretung hat er erst aufgegeben, als die geltenden Abgasnormen nicht mehr eingehalten werden konnten.

  • Bei mir war das Gehäuse über der Nockenwelle gerissen, den Motor hatte ich aber auch auf 780ccm aufgebohrt...

  • Bei mir war das Gehäuse über der Nockenwelle gerissen, den Motor hatte ich aber auch auf 780ccm aufgebohrt...

    Geht auch mit 650er Motor!

  • Bin nicht der Erste mit der Idee, Wellendichtringe im Lagerhalter zu verwenden.https://www.youtube.com/watch?v=Puojutrl-EY

    haben wir schon bei den 780er Motoren gemacht. Bronzebuchse ins Lagerschild einpassen und die Bohrung für die Kurbelwelle mit minimal Spiel bohren. Zusätzlich vor und hinter dem Ölkanal Nuten setzen und dort geteilte Teflon Flachdichtringe einbringen (zb. aus Chevy Th700 Getriebe)....................

    An der Pumpe brauch es keinen Wedi, da sitzt ja ne Papierdichtung.

  • Auf den Hinweis mit der großen Ölwanne und die vernünftigen Vergaser:



    Hmm, kleine Ölwanne und trotzdem keine Hitzeprobleme im Sommer aber nur mit Mühe Betriebstemperatur im Winter...jetzt stelle ich mir vor ich hätte die große Wanne dran.


    Hatte ich ähnlich mit der großen Wanne. Im Sommer ist auch die größere Ölmenge irgendwann durchgewärmt und das die 3cm mehr am Gehäuse ohne Kühlrippen mit dem bisschen mehr Oberfläche verbessert die Kühlung auch nicht gerade. Dafür im Winter ewig lange bis die Kiste warm war.

    Als ich meine Mühle dann vorne etwas tiefer gelegt habe war mir der Abstand zum Boden gefühlt auch zu gering. Kleine Wanne dran, alles schick.

  • 780er Motor... Klingt interessant. Halten die das aus? Welche Kolben werden dafür verwendet?


    An der Pumpe brauch es keinen Wedi, da sitzt ja ne Papierdichtung.


    Dieses Video erzählt eine andere Geschichte: https://www.youtube.com/watch?v=zC9u3GvW_ug. Ab 2:20 kann man sehen, dass bei der Eingangswelle der Ölpumpe Öl raus läuft... Fragt sich aber auch, wie viele KM diese Pumpe drauf hat. In einem anderen Video prüft er die Pumpe auf Toleranzen, und sie scheint noch i.o zu sein. Die Welle ganz abzudichten kann jedoch eine schlechte Idee Sein. Vielleicht ist das ein gewollter Verlust, Damit die Welle geschmiert ist... Wenn der Verlust an der Welle zu gross ist, könnte man die Welle dichten, und eine kleine Bohrung , damit das Öl durchlaufen kann kann anbringen.


    Ist übrigens ein sehr interessanter Youtuber. Wenn man die auto generierten Untertitel einschaltet, kann man sogar erahnen was er so erzählt.

    Finde ich ne geniale Idee, das Ölsystem auf diese Art und Weise zu überprüfen...


    haben wir schon bei den 780er Motoren gemacht. Bronzebuchse ins Lagerschild einpassen und die Bohrung für die Kurbelwelle mit minimal Spiel bohren. Zusätzlich vor und hinter dem Ölkanal Nuten setzen und dort geteilte Teflon Flachdichtringe einbringen (zb. aus Chevy Th700 Getriebe)....................

    Was wäre denn der grosse Vorteil, statt den zwei Wellendichtringen eine Bronzebuchse einzupassen? Die Variante Wellendichtringe scheint mir einfacher und effizient genug zu sein...


    Was natürlich ganz interessant wäre, ist eine zweite Ölpumpe zu montieren (eventuell elektrisch?) und mit dieser zweiten Pumpe Kühlöl für Zylinderköpfe und Kolbenböden zu transportieren. Dann wäre aber wahrscheinlich auch eine Ölkühlung sinnvoll. Eine elektrische Pumpe wäre von vorteil , weil man die Pumpe während der Warmfahrphase ausgeschaltet lassen könnte.

    Tja... So viele Ideen und so wenig Freizeit... ;(


    Betreffend Nockenwelle: https://www.ural-hamburg.de/Dn…nwelle-Dnepr-MT10-36.html

    Da wird eine "scharfe Nockenwelle" angeboten. Kennt die Jemand? Ist das eine umgeschliffene Orginal Nockenwelle? Wie ist die Qualität?