1962er K750 geht auf Reisen Baltikum -> Balkan Express

  • Grüßt euch,


    ich lasse euch an meiner Reise teilhaben und vielleicht liegt ja der Eine oder Andere auf der Route und man kann sich zu einem Bierchen treffen.

    Auf die Idee kam ich Anfang dieses Jahres als sich mein Reisekumpane aus dem Leben verabschiedet hat. Ich kenne in Estland keinen weiteren der in der Lage ist und/oder die Lust dazu hat auf solch eine Tour mit den alten Maschinen zu gehen.

    Und da mein guter Freund nicht mehr ist, ziehe ich die Sache alleine durch.


    Was wurde vorab an der Technik gemacht?

    - Motor komplett revidiert mit neuer Kurbelwelle, Nockenwelle, Kolben, Ventilen, Stößel, Stirnrädern, 2x Lichtmaschine und allem was dazu gehört.

    - Getriebe mit neuen Innerein bestückt.

    - Das komplette Gespann zerlegt und neu zusammen gebaut, alles so gut es geht überprüft und eingestellt, auch dank der tollen Hilfe hier im Forum.

    - Rahmen richten lassen, war von einem vorherigen Unfall noch verzogen


    Was wird auf die Tour mitgenommen?

    - Werkzeug

    - Spezialwerkzeug wie Abzieher und Russenzeugs was man eben braucht um alles an Ort und Stelle auf Vordermann bringen zu können

    - Ersatzteile die man benötigt, eine komplette Ersatz Lichtmaschine, LiMa-Kohlen, Hardyscheiben, Ventil, Ventilfedern, Dichtungen, Öl, Reifenschläuche, usw.


    Dieses Mal soll es sehr naturgebunden werden, solange es das Wetter zulässt wird im Zelt gepennt, sollte es allerdings regnen dann in Hotels/Herbergen/Gasthäuser, je nachdem was in der Nähe ist.


    In welcher Reihenfolge wird gefahren?

    Estland

    Lettland

    Litauen

    Polen

    Tschechien

    Österreich

    Slowenien

    Kroatien

    Bosnien und Herzegowina

    Serbien

    Montenegro

    Kosovo

    Nordmazedonien

    Albanien

    Italien

    Schweiz


    Bevorzugt werden möglichts kleine Straßen und Wege, sollte es aber einem Tag nur regnen dann werden Kilometer gemacht und das möglichts gerade ohne Umwege, zu sehen gibt es ja sowieso nichts.


    Ich werde nach und nach Bilder hochladen und die hier mit einem kleinen Kommentar hinzufügen, so machts dann auch etwas Spaß die Sache zu verfolgen. Die Bilder werde ich verlinken.


    Na dann legen wir auch mal los.


    Wurde von zwei Kumpels verabschiedet die ein paar Kilometer mit mir mit gefahren sind, links der Ilmar mit einer Triumph und rechts der Karl mit seiner Ural (Ich hab ich mit dieser Krankheit angesteckt) Und in der Mitte bin ich, Kaspar

    https://ibb.co/6w4M5Z5


    Fahrt zum Kumpel Andres in Süd Estland, er bot Haus, Kost und Sauna. Er ist auf dem Bild zu sehen.

    https://ibb.co/grbgC7x


    Direkt auch die erste Reparatur, die "verbesserte" LiMa Dichtung versagte nach bereits knapp 600km und bescherte mir ein öligen linken Schienbein. Wurde dann auf die normale Kork Dichtung umgebaut und funktioniert bis dato.

    https://ibb.co/TR8yFnp


    Die Straße zum Andres, bevorzuge die Schotterstraßen, da fühlt sich die Maschine direkt wohl.

    https://ibb.co/qmRHBvG


    Hier ne kleine Runde mit einem örtlichen älteren Herren, der vor knapp 50 Jahren das gleiche Moped gefahren ist und seinen Augen nicht trauen konnte.


    Grenzübertritt Lettland

    https://ibb.co/yssD5H5


    In Lettland selbst fand ich dann rein zufällig ein sehr schöne alte Festung, prima geeignet für ein paar schöne Bilder. Dazu musste ich nur etwas näher dran. Und was hatte ich davon? Auf einmal weicher Matsch und die K750 war bis zu den Auspufftöpfen versunken, alleine bekam ich die Maschine nicht mehr raus, zwei örtliche Herrschaften kamen dann zur Hilfe und zu dritt stand das Teil wieder auf festem Boden.

    https://ibb.co/dbFnnJJ

    https://ibb.co/nMrvDHk


    Als ob die Schotterstraßen in Litauen nicht schon schlecht genug wären, wurde ich dann noch durch eine Kopfsteinpflaster Straße überrascht. Und ja, die war noch mieser... da rüttelte es mir auch noch die letzten Haare vom Kopf.

    https://ibb.co/T8sCYfd


    Grenzübertritt Polen

    https://ibb.co/6YRSyQB


    In Polen hat es dann leider nur mieses Wetter gehabt, geregnet wie aus Eimern, meine schönen und bereits knapp 38tkm erprobten Textil ummantelten Zündkabeln gefiel das ganz und garnicht. Sogen sich mit Wasser voll und es kam zu Zündaussetzern. Zum Glück hatte ich noch eine Typ 2 Zündung dabei mit den "schönen" blauen Silikon Leitungen. Nicht schön, aber immerhin funktionierst und ich konnte weiter fahren.

    https://ibb.co/HB4hp8J

    https://ibb.co/GTRdnsn

    https://ibb.co/Mhs6Pxt


    Für viel Geld habe ich mir auch eine ach so tolle Regenausrüstung gekauft, irgendwann nach ein paar Stunden bemerkte ich das es doch sehr feucht um die Zehen wird, Fazit... die tollen Überzüge waren randvoll mit Wasser... echt toll. Also ab auf den Polenmarkt und normale Gummistiefel gekauft, die sind zumindest wasserdicht. Die Überzieher habe ich direkt vor Ort entsorgt.

    https://ibb.co/jvqwnM3

    https://ibb.co/F6hMrRS


    Immerhin hab es schöne Aussichten in Ost polnischen Bergen/Hügeln

    https://ibb.co/2PzknYp

    https://ibb.co/x5GLY3y


    Grenzübertritt Tschechien mit einer sehr schönen Aussicht auf die ersten richtigen Berge die bezwingt werden wollen

    https://ibb.co/9ZZ3GJv

    https://ibb.co/qmKXRcd


    Bereits in Lettland hörte ich gelegentlich ein hartes Poltern von der Lenkung, dachte mir nicht viel dabei, beim Russen scheppert ja sowieso immer etwas. In Tschechien bin ich dann aber mal genauer auf die Suche gegangen und siehe da... Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser trifft wieder genau zu. Hab den Rahmen ja richten lassen und scheinbar haben die Schlaumeier das Lenkkopflager nicht ausreichend fest gezogen. Also schnell die Sache wieder auf Vordermann gebracht.

    https://ibb.co/0hy7bJC


    MfG Kappo

  • Grüßt euch,


    Tschechien wäre dann auch bezwungen, naja fast. Es fehlen nur noch 4km zur österreichischen Grenze. Übernachte hier in einer Pension und morgen geht es weiter.


    Konnte meinen Tag heute auch erst gegen 13 Uhr begingen da ich noch auf ein paar Werkzeuge bei einem örtlichen Ersatzteilhändler gewartet habe. Nen 11er und 14er Schlüssel und eine Kompressionsmessuhr. Jaja... man hat ja doch nicht an alles gedacht, wo zum Teufel braucht man beim Russen schon nen 11er Schlüssel hab ich mir gedacht und ganz vergessen das die Stößelhülsen damit im Block fixiert sind.


    Somit hatte ich heute morgen dann etwas Zeit mir Trinec anzuschauen... naja... viel gab es dort nicht und auch Google hat nichts brauchbares rausgespuckt, aber immerhin nen Metallproduzenten welcher ne gute Kulisse für ein paar Bilder geboten hat.

    https://ibb.co/Y7Z7P1g

    https://ibb.co/C1rRkmG


    Die Berge von Tschechien wären bezwungen, leider hat mich den ganzen Tag die liebe Frau Hole mit Regen beglückt. Die Steigungen waren gelegentlich echt heftig und Kazik, so heisst mein Motorrad, hatte echt Schwierigkeiten und kroch teilweise im 1. Gang hoch, aber sie war tapfer und brachte mich ans Ziel.

    Die Aussichten und die Strecke selbst waren dafür der Hammer.

    https://ibb.co/55LD0rq

    https://ibb.co/WKVYx4k

    https://ibb.co/TwznT4L

    https://ibb.co/z63k8sf


    MfG Kappo

  • Grüßt euch,


    Erich, Danke für ein Angebot, aber kommt exakt einen Tag zu spät. Bin mittlerweile in der Steiermark und sag mir nichts vom Wetter, bis knapp 17 Uhr hatte ich nur Starkregnen, plitschnass bis auf die Knochen.


    Wie gesagt bin ich bereits in der Steiermark, das Wetter war heute auf gut deutsch gesagt beschissen. Starkregen, Wind, kalt und weiß der Geier was. Der Nord-Osten von Österreich war auch sehr unspektakulär.


    Grenzübertritt zu Österreich, verregnet, sogar die Linse vom Handy stand unter Wasser, deshalb auch das verschwommene Bild

    https://ibb.co/hFrbSyx


    Auf Grund des starken Regens musste ich wieder die Zündkabel austauschen, da die textil ummantelten ihren Geist aufgegeben haben, dies geschah in einer Bus Haltestelle.

    https://ibb.co/4WcP3gg


    Meine selbst gebaute "wassedichte" Handy Halterung hat auch ihren Dienst versagt. Also ab zu Tante Louis, musste dort sowieso hin und noch Öl kaufen. Man man man wieviel Geld man für so ein bischen Plastikmiss verlangen kann. Da waren meine Plastiktüten davor viel günstiger, allerdings hielten diese nicht lange und sind zerfleddert. Vorher nachher Bild.

    https://ibb.co/xLKhhKZ

    https://ibb.co/vL78cZP


    Gegen Abend wurde es dann interessanter. Die ersten schönen Aussichten sind auch aufgetreten.

    https://ibb.co/fXXzYFK

    https://ibb.co/8xKHdBR

    https://ibb.co/ysNpLzj

    https://ibb.co/5170hzW


    Gegen Abend angekommen in meinem Hotel, der Hotellier ein prima Mann und bot mir ein hervorragendes Zimmer zu einem Schnäppchenpreis an, die einzige Bedingung war das er mal auf dem Motorad sitzen darf und Gas geben darf. Er ist Taub, und muss die Vibrationen und das Bollern vom Auspuff spüren.


    Empfohlen hat er mir in knapp 700M Nähe eine Gaststätte, also direkt dahin. Der Gastwirt war vom Motorrad und von meiner Reise Idee begeistert und verpflegte mich mit Essen und Trinken auf seine Kosten, auf gut deutsch gesagt hab ich jetzt nen vollen Magen und wurde gut abgefüllt. Die Menschen im Gasthaus waren freundlich, muss sagen, dass es die erste positive Emotionen auf der Reise war. Viel Gerede, Witze und Spaß und das von nahezu allen Gästen. Muss sagen, dass mir die Steiermark sehr sympathisiert, nicht zu vergleichen mit Wien und/oder dem Nord-Osten, die Menschen hier tiecken ganz anders.

    Die Aussicht beim Gastwirt

    https://ibb.co/Sf28P9q

    https://ibb.co/7NZPwQZ


    Die Steigungen hier her waren teilweise nur im 2. Gang zu meistern, obwohl man nur 249M über dem Meeresspiegel liegt, hätte viel mehr erwartet. Kazik verhält sich auch ruhig, etwas Öl auf der Hinterfelge was auf etwas Undichtigkeiten beim EA Simmerring schließen lässt und die Brühe kommt dann im Überlaf heraus, aber das stört mich nicht weiter und ich werde es weiter beobachten. Mich ärgern nur etwas die Ventile, aber das ist schon ne andere Geschichte.


    MfG Kappo

  • Grüßt euch,


    Slowenien wäre dann auch bezwungen. Morgen sind es keine 10 Minuten bis an die kroatische Grenze und ich verbringe die Nacht in einer kleinen Pension.

    Slowenien hat mir sehr gut gefallen, die Menschen sind nett und hilfsbereit. Häuser, Gärten und Höfe sind sauber un gepflegt. Die Straßen in einem sehr guten Zustand und die Natur und damit verbundenen Aussichten sind bemerkenswert schön. Heute auch mal endlich ein Tag ohne Regen und ich konnte den Tag genießen.


    Kazik musste heute auch kräftig arbeiten und bis auf ein unerklärliches Phänomen mit den Ventilen verhält sich die Technik sehr zurück haltend und ToiToiToi ohne Probleme.

    Da der Kazik ja nun kein Beschleunigungswunder ist musste ich ihn die Berge hoch jagen, quietschende Reifen, knarrende Speichen und knackende Bremsen. Ich als Fahrer war plitschnass von der Anstrengung und meine Ärme und der Rücken sind total fertig. Es hat sich aber gelohnt und ich bin mit dem Tag mehr als zufrieden.


    Grenzübergang, ziemlich unspektakulär

    https://ibb.co/ZK8jGL8


    Die erste Sicht auf slowenischen Berge die Kazik bezwungen hat

    https://ibb.co/5Y1bXLT

    https://ibb.co/Xzc4CM2


    Hier eine kleine Steigung von 18% auf dem Bildern leider nur sehr schwer zu erkennen, dort ging es im 2. Gang hoch.

    https://ibb.co/X3c40BF

    https://ibb.co/GtgLQBD


    Der anstregnste Teil vom heutigen Tag war den SLO Aufkleber zu finden. Die größeren Ersatzteilhändler abgeklappert, AMSZ, also der TÜV/ADAC vor Ort, sämtliche Tankstellen und dann eidlich einen gefunden. Gezählt war es der 16. Versuch. Ich hab mir zum Ziel gesetzt das Land vorher nicht zu verlassen bevor der Aufkleber nicht drauf ist. Auch heute habe ich es geschafft

    https://ibb.co/zSgkP0f


    Hier die Aussicht vom Zimmer der Pension. Der Eigentümer selbst spricht ein sehr gutes Deutsch und bot mir direkt deinen selbst gemachten Holunder Likör und irgedeinen Jugo Brand an, Salovice oder soetwas in der Art.

    https://ibb.co/DRbtGDb

    https://ibb.co/NNLq0fS

    https://ibb.co/QbNBKtp


    Morgen gehts dann ab nach Kroatien.


    MfG Kappo

  • Grüßt euch,


    auch heute gibt es wieder neue Bilder.


    Der Grenzübergang zu Kroatien verhielt sich problemlos und bis auf eine Ausweiskontrolle keine weiteren Einschränkungen, getrennt wird Kroatien und Slowenien durch einen anständigen Fluss mit dem Namen Kupa.

    https://ibb.co/vZsYsWN

    https://ibb.co/ky0W7mQ


    Der Kroate scheint nicht allzu einfallsreich zu sein und verwendet für seine Lokalitäten bekannte Namen von Künstlern, mein persönlicher Favorit war dieser hier.

    https://ibb.co/prx8rNZ


    Die ersten Aussichten der kroatischen Berge die auch ein paar Bilder wert waren.

    https://ibb.co/KhwxR6f

    https://ibb.co/BTbxMcj

    https://ibb.co/hM7y0QJ


    Die Landschaft wurde auch karger, weniger grün, dafür mehr Steine und die erste Sicht auf die Adria.

    https://ibb.co/p2fmpZd

    https://ibb.co/bBFWNK1


    An der Adria selbst gab es auch tolle Fotomomente, viel mehr brauch ich hierzu auch nicht zu sagen, die Bilder sprechen für sich.

    https://ibb.co/HgLBBQy

    https://ibb.co/LJ4jxyj

    https://ibb.co/Phw11Gm

    https://ibb.co/Y0LWnc1

    https://ibb.co/TkZvgDf

    https://ibb.co/nw8nJMN

    https://ibb.co/MpBpf2t

    https://ibb.co/dGbY6St

    https://ibb.co/8rtghq5

    https://ibb.co/fxz5b4Z


    Da das harte Klopfen wieder da war beschloss ich am Abend die Front mal komplett zu zerlegen und zu beurteilen wie stark die Beschädigung ist und ob ich so noch weiter Richtung Süden fahren kann oder ich mich um Ersatzteile kümmern muss. Beide Lager waren in Ordnung, jedoch hat der untere Lagersitz einen abbekommen und man hat dort Spiel, das Lager solle dort ja eigentlich fest sitzen. Joar... repariert auf die türkische Art, das Spiel mit 2-Komponentenkleber ausgefüllt, wie lange das halten wird ist fraglich und unter Garantie nicht die beste Lösung. Sollte sich der Kleber auflösen mache ich es auf die russische Art, zerschneide eine Bierdose, forme mir ein Blatt daran, lege es zwischen Welle und Lager und hammere das Lager wieder drauf. Oder... ich lasse alles so wie es ist, die paar Tausend Kilometer wird das Teil noch mitmachen.

    https://ibb.co/w7qtxXJ

    https://ibb.co/qyb7rQN


    Die Straße an der Adria selbst ist der Hammer, eine Kurve nach der Anderen. Aber eher etwas für normale Motorräder, den Russen mit seinem Beiwagen hoch und runter zu jagen ist anstrengend und geht sehr auf die Ärme, da muss man schon Kraft haben um das den ganzen Tag zu bewerkstelligen. Der Kazik bekam von mir auch keine Gnade.

    Bis dato ist für mich Kroatien eine typische Touristenhochburg welche leider hauptsächlich von Deutschen belagert ist. Jedes dritte Auto hat ein deutsches Kennzeichen und an jedem zweiten Tisch wird Deutsch gesprochen, dementsprechend niedrig ist auch die angebotene Qualität des Essens und der Art wie mit einem umgegangen wird. Kann aber auch an mir liegen, ich halte von Touristen Hochburgen generell nicht viel. Morgen muss ich noch knapp 200km Kroatien über mich ergehen lassen und dann gehts ab nach Bosnien.


    MfG Kappo

  • Grüßt euch,


    zwei Tage sind vergangen und es ist Zeit sich mal wieder zu melden. Mittlerweile steht bissl was über 3000km auf der Uhr.


    Die Fahrt zur Grenze von BiH bot letzte schöne Aussichten in Kroatien, die Bergstraßen in Kroatien waren nicht wirklich bemerkenswert und auch keine vielen Bilder wert.

    Man sah schon allerdings schon was in BiH auf mich wartet.

    https://ibb.co/GTVfCMf

    https://ibb.co/StyjG6c


    Der Grenzübergang zu BiH war relativ problemlos, ich wurde nach einem Corona Test gefragt den ich natürlich nicht hatte. Also durfte ich nur als Transit Gast das Land betreten, was heißt dass ich innerhalb von 6H das Lend durchqueren muss, Naja... das passt nicht in einem Zeitplan, einen speziellen Stempel dazu habe ich nicht erhalten. Ein Kumpel hat mir dann seinen Test geschickt, ich hab ihn mit meinen Daten bestückt und direkt mir einem neuen Datum erstellt, auch zukünftige und in einer Pension ausdrucken lassen, mal schauen wie sich das morgen beim Übertritt nach Montenegro verhält.

    https://ibb.co/F6rYjFv


    Kaum in BiH angekommen sah ich die ganze Zeit einen sehr großen See, der teilweise ausgetrocknet war. Klar sagte ich mir, da muss ich direkt hin und ein paar Fotos schießen, gesagt getan, die Bilder sind aber nicht Besonderes geworden. Natürlich war der See nicht so ausgetrocknet wie es vom Weiten aussah und ich bin stecken geblieben, auch vieles Graben, Schaufeln, Schieben und weiß der Geier noch was rette mich aus der Situation und nach einer Stunde habe ich komplett verschwitzt und voller Matsch aufgegeben, ich selbst natürlich auch voller Matsch, mich hat es dort auf die Fresse gelegt, Gesicht voraus in den Dreck... Naja Klassiker :-)

    Ohne Hilfe komme ich hier nicht mehr raus, also trat ich meinen Spaziergang von knapp 3km an zum ersten Haus. Dort fand ich Josef und seinen Vater, also den alten ML an geschmissen, knapp 30m Stahlketten eingepackt und zurück zum Kazik, die Jungs haben sich vor Lachen natürlich nicht mehr halten können, ein Depp komplett verschwitzt und voller Matsch. Alleine wäre ich da nie im Leben raus gekommen, knapp 15M tiefer Matsch den es zu bewältigen gab.

    Beim Josef wurde ich herrzlichst willkommen genießen, es gab Bier, was zu Futtern, meine Kleidung wurde gewaschen und so verbrachte ich dort ein paar Stunden, bevor es nach Kunjic weiter ging. Ach ja auf dem einen Bild wo links die Garage ist, versucht mal Kazik zu finden, ja ja... dafür muss man gut zoomen.

    https://ibb.co/dQxBBtj

    https://ibb.co/BBc15wn

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    https://ibb.co/b2Xnk13


    Zu den Aussichten die ich danach erfahren konnte braucht man nicht viel zu sagen, schaut einfach selbst. Geniale Landschaften, majestätische Berge, traumhafte Wälder. Garnicht zu vergleichen mit Kroatien, das sehr trocken und steinig war. Der Tag ging dann auch zu Ende und ich verbrachte die Nacht in einer kleinen Pension, ach ja im Zelt wird nicht mehr gepennt, hab das Teil mit der Post bereits in Kroatien wieder zurück nach Estland geschickt.

    https://ibb.co/L1r1PF6

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    MfG Kappo

  • Und hier Teil zwei zu BiH,


    früh am Morgen plante ich dir Route mit Hilfe von Google Maps und mir ging es ziemlich auf den Zeiger das ich egal ob nun oben oder unten immer nen gigantischen Umweg fahren muss, obwohl ich genau sehe das es einen direkten Weg gibt. OK, er ist nicht gelb, sondern weiß gekennzeichnet, so schlimm kann es ja schon nicht sein dachte ich mir. Nun weiß ich warum Maps mich dort nicht fahren lassen wollte und in Zukunft höre ich auf die App.


    Gut, bin dann bei der weißen Straße angekommen und das ist ne Schotterstraße, naja bin ja auch schon vorher auf solchen gefahren, die ist zwar jetzt etwas schlechter, aber nicht so wild. Hab mir auch nicht viel gedacht, Google zeigt das ich in knapp 3km abbiegen müsste, gut, dann wird wohl wieder ne asphaltierte Straße kommen dachte ich mir. Fehlanzeige, noch etwas weiter, die Straße wurde schon viel schlechter und enger, abbiegen in knapp 4km. Ach das packe ich auch noch, also geht´s weiter. Ein Wanderer zudem fährt nicht mehr zurück, das kommt überhaupt nicht in Frage, es ist eine Straße da, also wird auch gefahren und basta.

    Die Sache wurde aber immer schlimmer, teilweise so steil das der Kazik es nicht mit mir als Fahrer geschafft hat hoch zu fahren, das Hinterrad drehte nur durch und schoß Schotter wild durch die Gegend, also absteigen und zusätzlich schieben. Die Sache wurde auch immer enger, mit sagen wir mal knapp 1,5m Breite.

    Links eine Felswand und rechts gefühlte 100m Steilwand, also der sichere Tot. Jetzt geht´s ja irgendwann auch bergab was noch unangenehmer war, Hinterrad blockiert, Vorderrad blockiert und Kazik rutschte unkontrolliert die sog. Straße herunter, als es dann doch zu schnell wurde lenkte ich zusätzlich das Vorderrad gegen die Felswand. Ich hab mich schon auf das schlimmste vorbereitet. Rucksack mit notwendigen Sachen gepackt, Geld, Dokumente und ein paar Kleidungsstücken und den Notfallplan ausgetüfftelt wie ich von der Maschine runter springen kann. Sollte Kazik anfangen zu Fliegen dann bitte ohne mich. Das erste Mal in meinem Leben verspürte ich tiefe Angst und ein Unwohlsein. Das muss ich mir nicht mehr antun.

    Alles zusammen war die Geschichte ca 42km lang, als der Sprit dann auch irgendwann auf Reserve ging sah ich mich schon zig Kilometer wandern um Treibstoff aufzutreiben.

    Und es gab auf der Straße nichts, keine weiteren Autos, keine Zivilisation, keine Tiere, einfach nichts. Nur mich, den Berg, den Abgrund und Kazik. Irgendwann kam dann ein Haus, ich dachte mir na endlich. Aber auch das war verlassen, scheinbar war der Eigentümer bereits seid 50 Jahren tot, nur weiß das noch niemand. Ich kann mir nicht erklären wie so eine Straße überhaupt von Maps angezeigt wird, ich verstehe aber nun weshalb ich den Umweg hätte fahren sollen. Auf den Bildern erkennt man überhaupt nicht wie steil es dort war und die Stellen wo es wirklich brenzlig wurde habe ich keine Fotos geschossen, hatte "Besseres" zu tun.

    https://ibb.co/ncXkbpC

    https://ibb.co/VCCDL1L


    Kazik prämierte mich dafür mit einem siffendem EA, Simmerring futsch, Bremstrommel und Bremsbacken voller Öl, Bremsleistung gegen 0. Also den Krempel zerlegt, gesäubert und weiter ging´s.

    https://ibb.co/9gyFT5J

    https://ibb.co/YyKM4bn


    Danach war es für mich nur noch ein Witz und ein paar schöne Momente habe ich auch fest gehalten.

    https://ibb.co/Yhv9ghN

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    https://ibb.co/nf064y2

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    Die Straßen hier sind teilweise sehr alt und beschädigt, teilweise aber auch komplett neu und anständig gebaut. Die Menschen sehr freundlich, nett, interessiert an der Maschine und mir, hilfsbereit und aufgeschlossen. Mit den Kroaten kein Vergleich. Das Essen ist günstig und vorzüglich. Die Behausungen kosten auch nur ein Appel und ein Ei und sind modern und sauber. Die Natur spricht für sich. majestätische Berge, schöne Wälder, durchsichtige türkisblaue Flüsse und Seen die einen die Bergwege begleiten.

    Ich fühle mich in BiH sehr wohl, hab endlich die Jugos gefunden die ich auch gesucht habe. Sind locker drauf, saufen gerne, immer für nen Witz bereit und nehmen das Leben nicht zu ernst.

    Morgen früh geht es dann für mich nach Montenegro, mal schauen wie die Aus/Einreise ablaufen wird.


    MfG Kappo

  • Grüßt euch,


    führen wir fort mit Montenegro.

    Der ursprüngliche Plan war die knapp 25km zur Grenze am Morgen zu fahren, wie gesagt, das war nur der Plan, das Ergebnis sah ganz aderst aus.

    Die Straße dahin nennen wir es mal asphaltiert, wobei der größte Teil davon sich schon in seine Einzelteile aufgelöst hatte und man auch über die ein oder Andere Holzbrücke fahren durfte. Aber Wurscht, die Grenze ist ja bald erreicht und dann hab ich die Straße auch hinter mir.

    Aus dem Grenzhäuschen kam dein ein freundlicher junger Mann mit einer knallroten Nase, aus der mehr Flüssigkeit heraus trat als der Kazik durch seine Benzinschläuche befördert, sah mir eindeutig nach Corona aus :-)

    Die Info war kurz und knapp, die Grenze zu Montenegro ist dicht, somit keine Einreise möglich. Er war so nett und zeigte mir die noch geöffnete Grenze, na toll... das waren dann zusätzliche 170km die ich zurück fahren durfte, insgesamt also ein Umweg von knapp 400km. Hier mal eben die geplante Route und welche ich dann wirklich zurück legen durfte.

    https://ibb.co/Kw1DNk0

    https://ibb.co/3p7wDQj

    https://ibb.co/Vm3jQ90

    https://ibb.co/582MP0G

    https://ibb.co/THhnhkr


    Aus BiH raus zu kommen war kein Problem, es hat auch kein Schwein interessiert das ich länger als 6H im Lande war. Die Einreise nach Montenegro war auch relativ problemlos, mein selbst ausgedruckter Corona Test war denen zu alt, dieser durfte nicht älter als 72H sein, naja. Auch hier war der Transit möglich und man gab mir 3 Stunden... nun denn... ich hab den Beamten gefragt wie er sich das vorstellt wenn schon Google Maps knapp 6H für die Durchreise anzeigt. Darauf hin haben wir beide nur gegrinst, es war beiden klar das es unterm Strich niemanden interessiert.

    Montenegro selbst war nicht ganz mein Fall, ziemlich viel EU, EU blabla hier und EU blabla dort, die Preise waren doch recht hoch dafür was man geboten bekommen hat.

    Die Straßen und der Belag sind dafür in einem super Zustand, kann man mit den polnischen vergleichen, als ob man auf einem Spiegel fährt. Aber nützt nicht viel wenn man alle knapp 50M Kurven mit 180° fahren darf, das hat den Körper doch sehr belastet und am Abend war ich total fertig. Die Menschen hier sind auch sehr mürrisch und schlecht gelaunt, jaja EU eben... Man kann die Mentalität überhaupt nicht mit der von BiH vergleichen, schade.

    https://ibb.co/KV357xJ

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    https://ibb.co/qmGK2LS


    Kazik wollte auch etwas Aufmerksamkeit haben und zwar hat sich die linke Zylinderdeckeldichtung angefangen sich heraus zu drücken, also schnell den Deckel ab, Dichtung zurecht schneiden und wechseln. Gesagt getan. Die Vergaser habe ich etwas magerer abgestimmt. Sind zwar nur 1500M über den Meeresspiegel, aber er stotterte bei gleichmäßiger Fahrt, das hat sich damit auch erledigt gehabt.

    https://ibb.co/ZXgbJHn

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    https://ibb.co/NSyxh6P


    Auch der Rest von Montenegro war relativ langweilig und nichts Besonderes, hab dann doch noch eine alte Straße gefunden, die parallel mit der Neuen verlaufen ist und konnte ein paar Kilometer auf der verbringen.

    Hier ein paar Bilder von Montenegro, im Vergleich zu BiH relativ unspektakulär.

    https://ibb.co/8c2bZFH

    https://ibb.co/sKrRy4C

    https://ibb.co/4WXghpY

    https://ibb.co/GRDX6nk

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    https://ibb.co/qBtkrDJ


    Ich führe gleich fort.


    MfG Kappo

  • Und weiter geht´s.


    Die Einreise nach Serbien war einfach, die Corona Geschihte interessiert hier kein Schwein mehr, zumindest nicht an der Grenze. Direkt ins Auge stieß mir die mit Einschusslöchern versehene große Verkehrsschild, welches einen in Serbien willkommen heißt. Für mich nichts Neues, kenne das aus vielen Moslemländer, zuletzt gesehen in der Türkei wo ein Schild welches auf Bulagrien, in der Türkei Bulgaristan hin weiste.

    Mir war bsi dato nicht bekannt das Serbien mit der Nasa in Verbindung steht, die ersten Raketenabschussbasen stießen direkt ins Auge. Die Raketen sind fertig und abschussbereit, sollte es mal soweit sein. Die Straßen und der Fahrbahnbelag sind eine Katastrophe. Man fährt nicht um die Schlaglöcher drum rum, sondern man wählt welches mit der geringsten Tiefe. Die erste Stadt die ich ansteuerte war Novi Pazar, Man fühle sich wie auf einem Bazar, vielleicht auch deshalb der Name von der Stadt, am Straßenrand Buden, jeder versucht dir einen Mist anzudrehen... nee nee nee das ist nix für mich. Hab dann den ersten Autoteilehändler gesucht wo keine Herrschaften davor sitzen und aus kleinen Gläschen ihren schwarzen Tee trinken. Brauche ja den SRB Aufkleber für den Beiwagen.

    Paar Minuten später hat dann auch irgendein ganz komischer, für mich auf fremder Sprache, Gesang angefangen der über Megaphone in die Richtung der Stadt gezielt war. Nach meinen Berechnungen kam dieser aus der Richtung der Raketenabschussbasen. Jetzt war es für mich klar, hier in dem Land habe ich nichts zu suchen.

    Ne Bude gefunden der den Aufkleber und ne Pulle Bremsenreiniger hat habe ich dann auch gefunden, mit der Karte zahlen ist natürlich nicht und darauf hin schenkte mir der Eigentümer die zwei Sachen, bot mir noch nen Tässchen Kaffee und Wasser an. Haben ein paar Minuten geredet und ich bin weiter gezogen.

    https://ibb.co/kG7FyvY


    Leider habe ich nur ein einziges Bild von Serbien, es waren allerdings auch nicht mehr von Nöten.


    MfG Kappo

  • Die Einreise in den Kosovo war simpel, die Mitarbeiter wollten nur ein paar Bilder vom Kazik machen und glaubten mir nicht das ich mit dieser Schrottkiste von Estland bis in den Kosovo gefahren bin.

    Die grüne Karte von der Versicherung ist hier nicht gültig und man muss für 13€ ne örtliche Police kaufen. Dies wurde mir allerdings vom kosovanischem Staat komplett bezahlt, wieso und weshalb konnte mir auch der freundliche junge Mann nicht erklären.

    Kazik hatte Durst und so hielt ich an der ersten Tanke an. Die Zapfanlagen dort waren alte aus Deutschland importierte und eindeutig mit Aral gekennzeichnete Maschinen, gezählt wird noch mit der DM. Ob die Sachen wirklich geeicht sind mag ich bezweifeln.

    Hab meine letzten Euro Münzen zusammen gegraben und dem Betreiber in die Hand gedrückt. Dieser holte aus seinem Bauchtäschschen ein wohl ca 12kg schweren Geldbündel heraus, der aus keine Ahnung was für Geldscheinen und Währung bestand.

    Der Tag ist sehr heiß und ich habe Durst, da man allerdings nicht mit der Karte zahlen kann kühlte ich mich etwas unter dem Wasserhahn ab. Angesichts der natürlichen braune Farbe von der Brühe verzichtete ich darauf das Wasser zu trinken.

    Und was geschah? Der Betreiber kam zu mir und drückte mir ne kalte Cola in die Hand. Er war entweder sehr nett oder hatte ein schlechtes Gewissen weil er mich gerade mit der Füllmenge und dem Preis beschissen hatte.

    Bin in Mitrovica angekommen, die Straßen sind garnicht einmal so schlecht, ich muss sagen, sogar in einem guten Zustand. Am Straßenrand hat es zig Autoschrottplätze, die Autos stehen auf die Seite gekippt, teilweise völlig abgebrannt, ein paar in den Wald geschoben und manchen standen auf leere Reifen abgestellte und zerlegt vor den schönen Boutiquen der Geschäftsleute. Man muss sagen, die Autos die auf der Straße unterwegs sind, sind nicht wirklich viel besser.

    Am Straßenrand dann alte Strommasten ohne Stromleitungen, ob die jemals dran waren oder ob die Leitungen bereits geklaut wurden kann ich nicht beurteilen. An jedem Mast sind zumindest total in Fetzen gerissene und vergammelte Flaggen von Serbien. Kosovo ist ja ein Staat in einem Staat, teilweise noch irgendwie Serbien und teilweise eben Kosovo.

    Preislich ist es hier sehr human. Mitten im Stadtzentrum in einem Restaurant kostete mich ein Burger und drei Bierchen 3,50€. Gestellt wird einem die Rechnung in serbischer Dinar, bezahlt wird aber in Euro. Auch aus jedem Geldautomat wird nur der Euro heraus gespuckt,

    Aufgefallen ist mir auch eine wirklich schöne Bahnstrecke, die nicht etwas mit Büschen voll gewachsen ist, sondern bereits mit großen dicken Bäumen die mitten auf der Bahnstrecke wachsen.

    Die Häuser und die Gärten sind alt und ungepflegt. Straßenschilder oder Markierungen hat es hier auch keine. Google Maps funktioniert hier auch nicht, also blieb mir nichts Anderes über als die Menschen am Straßenrand zu fragen wo ich überhaupt zum Teufel noch einmal bin.

    Raketenabschussbasen habe ich hier keine mehr gesehen, nur Kirchen und Kreuze. Die Menschen sind dementsprechend auch sehr nett, freundlich und verstehen meine Späßchen. Mit Englisch kommt man hier nicht weit, Bissl russisch versteht der ein oder Andere, aber viel wir mit Körpersprache erklärt.


    Motorradfahrer fahren alle ohne Helm, die Maschinen mit blinkenden blauen LEDs bestückt und mit leer geräumten Endschalldämpfern. Autos werden genau dort abgestellt wo man eben Lust zu hat, das interessiert hier kein Schwein. Offene Seitenfenster wo die Herrschaften zu jugoslawischer Folklore laut singen . Die Frauen kann man bereits ab 500M riechen, man erkennt sie an billigem und widerlich riechendem Parfüm. Ampelanlagen funktionieren nicht, Schlaglöcher tiefer als so manchen Kometenkrater, Stromleitungen die blitzen und vor sich hin summen, Wasserleitungen die notdürftig geflickt worden sind und immer noch Wasser verlieren,

    Kurz und knapp... "Schön ist´s hier"

    Ich hab schon vieles in meinem Leben gesehen und es gibt kaum Orte wo ich noch nicht war, aber Kosovo toppt das alles.


    Ich kenne Schweine, Kühe oder Wild welches auf der Straße herum bummelt, in Kosovo allerdings findet man Schildkröten an, sowas habe ich zuvor auch noch nicht gesehen.


    MfG Kappo

  • In Kosovo ist auch das Frühstück bezahlbar und tut dem Geldbeutel nicht weh.

    Paar Eier, etwas Speck, Salat, nen Kaffe und 1,5L Wasser für die Fahrt wurden mit 1,50€ brechnet. Lässt sich bezahlen.


    Den Tag selbst begann ich sehr müde und unausgeschlafen. Streunende Hunde die die ganze Nacht bellen, Stechmücken dich mich bei lebendigem Leibe auffressen wollen und die ich die ganze Nacht am jagen bin. Ein Nachbar der genau so laut wie eine Drusba Motorsäge schnarcht . Nachts hatte es auch einen Stromausfall. Naja... was soll ich noch dazu sagen. Der Kosovo eben.

    Schöne Aussichten gab es im Kosovo auch keine, es ging nur gerade aus bis nach Mazedonien. Die Straße geschmückt Gebrauchtwagenhändler und den sog. Schrottplätzen, einer nach dem Andren und das über zig Kilometer.

    Nach Mitrovica begann auch das richtige Kosovo, kyrillisch sah man nicht mehr, auch verschwanden Autos mit der SRB Kennzeichnung, als ob man eine imaginäre Grenze überschritten hat.

    Die Straßen waren auch ganz in Ordnung, irgendwann bin ich dann auf eine kleine Nebenstraße um einen möglichst kleinen Grenzübergang zu finden, die Erfahrung hat gezeigt das man dort weniger Ärger hat, dies traf auch in diesem Fall zu und so verließ ich Kosovo.


    Viele Bilder vom Kosovo hat es nicht, man kann es auch nur schwer beschreiben. Man muss einfach selbst hier gewesen sein um das ganze zu verstehen.

    https://ibb.co/BCVjJsr

    https://ibb.co/PZD9tm7

    https://ibb.co/1qkSpcz


    MfG Kappo

  • Die Einreise nach Mazedonien ging schnell und ohne irgendwelchen Ärger.

    Der Staat ist einer der ärmsten Balkanstaaten und ich war doch sehr positiv überrascht. Die Häuser und Gärten sind gepflegt, die Autos zwar alt, aber alle sauber und in einem guten Zustand. Die Menschen sind prima, nett, freundlich, genießen das Leben, immer für nen Spaß parat und bei jedem Stop gab es für den Wanderer auch etwas für Umme mit. Die Straßen waren anfangs sehr eng und voll gewuchert, so das man nie gesehen hat wer oder was nach der Kurve auf einen wartet. Soviel ist klar, LKWs haben hier Vorfahrt, liegt wohl an den nicht funktionierenden Bremsen und die kleineren Autos stehen dann eben kurz am Straßenrand und lassen Brummi vorbei. Das war aber nur die ersten vielleicht 40 - 60km so. Danach waren die Straßen in einem hervorragendem Zustand. Klar, wenn man sich dann auf der kleinsten Nebenstraße bewegt die man finden kann sind die miserabel, aber da muss man schon viel Glück haben um so eine zu finden. Die Verkehrskultur selbst ist gut, man benutzt wieder einen Blinker und es wird auf vorgegeben Spuren gefahren. Irgendwie erinnert mich das hier sehr an Bulgarien, mit einem kleinen Touch mediterraner Architektur und Kultur.


    Am Anfang dachte ich das der Mazedonier ne faule Sau ist. Alle Restaurants und Cafes brechend voll mit Menschen und irgendwie tut sich hier nichts. Später stellte sich dann heraus das es der Unabhängigkeitstag von Mazedonien war, das hat dann alles erklärt.

    An Masten aufgehangen sieht man dennoch nur albanische Flaggen, schade.

    Mit Englisch kommt man hier auch gut zu recht, die ältere Generation spricht auch ein überraschend gutes Deutsch. Ich muss sagen das ich die mazedonische Sprache irgendwie gut verstehe, ist ne mische Mischung aus Englisch, Russisch und Kauderwelsch, aber ich komme zu Recht.


    Gegen Abend bin ich dann am Orhid See angekommen, von seiner Größe her die Nr.2 im Balkan. Das Wasser ist sehr warm und sauber und wenn ich schon einmal hier bin tauchte ich auch mal direkt in das tiefblaue Wasser ein und kühle mich etwas ab.


    Die Zeit scheint hier irgendwie stehen geblieben zu sein. Das Essen ist sehr lecker und verdammt günstig, nahezu für Umme. Nach BiH definitiv ein Land welches ich noch einmal bereisen werde.

    Gegen Mittag hatte ich zuvor auch Kohldampf und hab mich in ein gut besetzes Lokal nieder gelassen, leider war dies nur ein Cafe und die hatten nichts zu Futtern. Der Junge Mann nahm dann seine Füße in die Hände und hat mir bei einem Bäcker eine örtliche Spezialität namens Burek geholt. Man man man war das lecker, hab dieses Burek Zeugs hier noch ein paar Mal danach gegessen, morgen definitiv auch zum Frühstück.

    Zwei Bierchen und dieses Burek Ding hat keine 3€ gekostet, ich kann mich echt nicht beschweren.


    Es ist sehr heiß und sowohl ich als auch der Kazik haben in den Bergen zu schaffen. Kazik hat auch wieder die hintere Felge mit Öl voll gesaut, das schaue ich mir dann morgen genauer an was da schon wieder los ist.


    Hier auch ein paar Bilderchen von den ersten EIndrücken.

    https://ibb.co/T0gmBwN

    https://ibb.co/jWMbrmq

    https://ibb.co/Tv08D7Z

    https://ibb.co/gV6DbXF


    Endlich auch den ersten richtigen Yugo gesehen, war in diesem Fall jetzt der Neue :-)

    https://ibb.co/28TsXTB

    https://ibb.co/Q8LJmrg


    MfG Kappo

  • Der zweite Tag in Mazedonien verläuft gut.

    Kazik ist zerlegt und die Sachen zu einem Fachmann transportiert. Als ich ihn und seine Werkstatt sah wusste ich das ich genau an der richtigen Stelle bin, wenn ich hier keine Hilfe bekomme, dann nirgends. Ein Mann der alten Schule, mit Öl verschmierten Hemd und Händen, im Mund eine Kippe. Die Werkstatt voll mit einem Dunst, gemischt aus Zigarettenrauch und Schmiermittel für die Maschinen.

    An Maschinen ist er gut ausgestattet und nach meiner Bewertung hat er dort alles was man für die Arbeiten braucht.


    Auf dem Bild hier ist der Mann links in seinem rosa Hemd zu sehen, rechts von ihm der Eigentümer meiner Behausung der auch sehr hilfsbereit war und ich zu dem Profi gebracht hat. Haben später auch noch nach SAE 50 Öl gesucht, aber damit siehts hier schlecht aus. Hab damit meine Probleme, meines ist bald alle.

    https://ibb.co/DpNsYfS7

    https://ibb.co/9gL9zcV

    https://ibb.co/8bCgTNS


    Hab im EA den Dichtring gewechselt, der alte war total weich und hatte keine Dichtlippe mehr, sondern war nur eben. Den Ölstand etwas verkleinert und das wars.

    Die Welle von der Gabelbrücke wurde aufgeschweißt, also der untere Lagersitz, abgedreht und auf Maß geschliffen. Die obere Gabelbrücke wurde zylindrisch aufgebohrt, den Konus konnte man nicht mehr retten. Er hat auch eine neue obere Lagermutter gefertigt, welche in den Zylinder ohne Spiel passt und unten auch etwas länger ist um das Kugellager besser zu stützen, die Konuskugellager sitzen nämlich nicht wirklich gut beim Russen. Gekostet hat der ganze Spaß 10€.


    MfG Kappo

  • Aufgestanden um 7.30 um Kazik zu zerlegen, den Krempel habe ich wieder gegen MItag bekommen und hab die Mühle wieder zusamen geschraubt und sogar noch etwas Zeit um mir die Gegend genauer unter die Lupe zu nehmen.


    So wie es aussieht trägt hier niemand nen Helm, passt. Also ein paar Bierchen am Strand gezischt und dann die Altstadt von Orhid besichtigt, natürlich mit dem Moped, der feine Herr ist ja faul. Die Einfahrt ist zwar nur für Anwohner gedacht, aber selbst schul wenn der Schlagbaum so hoch ist dass das Motorrad drunter durch passt und so konnte ich auch in die Altstadt selbst.

    Die Altstadt selbst ist auf einem Hügel/Berg, die Straßen gepflastert mit geraden kleinen Steinen, die vom Öl rutschig sind wie noch was. Ist ziemlich lustig zu sehen wie Autos mit blockierenden Rädern den Hügel runter rutschen. Das ungeschriebene Gesetz sagt, dass der der von oben kommt Vorfahrt hat https://ibb.co/HP4tQ57

    https://ibb.co/zbYkpj8

    https://ibb.co/4jP64BP

    https://ibb.co/L65Rx1L

    https://ibb.co/0JnSB6L

    https://ibb.co/vxmqq8P

    https://ibb.co/6DwHBxr


    Hier ein Bild von dem Eigentümer eines kleines Restaurants und mir. Der Eigentümer ist ein großer Fan von alter Technik und von meiner Reise begeistert und wollte unbedingt ein paar Bilder haben. Die hat er natürlich bekommen und ich das Essen und Bierchen für Lau.

    https://ibb.co/ZG5nrTw


    Morgen geht es dann nach Albanien. Hut ab vor Mazedonien, einfach nur super hier. Genau so wie ich das mag, Männer und Frauen der alten Schule, kein Gift von der EU, die Menschen können noch ihr Leben genießen und tuen dies auch.


    MfG Kappo

  • Das mit den Grenzübergängen kenne ich schon aus der Vergangenheit.

    Dies ist auch der Grund weshalb ich die kleinsten Übergänge anpeile. Schaue auf Google Maps wo es eine Straße auf beiden Seiten hat, möglichst winzig und die fahre ich dann an.


    Also ich komme mit Menschen gut klar und sobald sich die Möglichkeit ergibt plaudere ich auch mit denen. Mit Sicherheit gibt es regionale Unterschiede, aber im Ganzen kann man schon ganz gut bewerten.


    MfG Kappo

  • Grüßt euch,


    Thomas, jeder Mensch bildet sich seine eigene Meinung aus vergangenen Erfahrungen, so auch ich. Mag sein das meine Einstellung der deiner nicht übereinstimmt und ich ein "schlechter Mensch" bin, aber so soll es dann eben sein :-)

    Kann mich auch nicht dran erinnern behauptet zu haben das ich alles weiß. Aber lassen wir das so mal stehen, ist ja auch Wurscht, ne. Wenn was ist, dann gerne privat.


    Kommen wir aber nun zum heutigen Tag, man man man... bin echt platt und hab knapp 500km auf der Schüssel hinter mich gebracht.

    Aus Mazedonien raus und in Albanien rein zu kommen war problemlos, war der einzige "Reisende" dort und so ging alles fix.


    Die Straßen waren anfangs sehr gut, toll ausgebaut, wirklich sehr breit, übersichtlich und in einem guten Zustand. Man sieht aber die Armut des Landes direkt an, verlassene Tankstellen am Straßenrand und das über zig Kilometer. Und wenn du dann mal ne Tanke findest wo du Sprit bekommst ist der dazugehörige Laden komplett leer, es gibt also nur Kraftstoff.

    Hab auch mit einem Betreiber der knapp 20 Jahre in Griechenland gewohnt habe geplaudert, er hat sein ganzes Geld in die Tanke investiert und kommt gut zu Recht. Haben dann noch ein paar Bierchen beim ihm, auf seine Kosten mal wieder, gezischt und weiter ging´s. Hatte dann auch richtig Kohldampf, also ein paar Passanten gefragt wie und wo es etwas typisches albanisches und vor allem Gutes zu essen gibt und die Lokalität auch angefahren. Leckeres gegrilltes Stückchen vom Schwein, dazu noch ein paar warme Peperoni und zwei Bierchen gegen den Durst. Das Wetter ist verdammt warm, da schmelzen einem sie Latschen von den Füßen, der Fahrtwind fühlt sich an wie nach einem Aufguss in der Sauna. Der Kazik leidet auch unter der Hitze, aber kommt zurecht.


    Der Wampen ist voll, die Laune gut. Die Menschen hier gut drauf, genießen das Leben soweit es ihnen möglich ist und man kommt gut mit denen klar.

    Direkt zur ersten griechischen Grenze, bei der wurde ich zum Teufel geschert, kein Einlass für niemanden, die Grenze ist dicht. Die nächstgelegene beideutet einen Umweg von ca. 300km. Ach, meine Laune ist gut, der Wampen voll, der Kazik hat auch lecker Sprit, welcher knapp 80ct der Liter kostet bekommen und so nahm ich die Reise auf mich,

    Stutzig machte mich nur die 5H Reisezeit für 300km... kommt mir doch etwas viel vor. Aber Pustekuchen, war dann irgendwann in den Bergen, die Straße war eine Katastrophe. Der Asphalt, bzw. das was davon noch übrig war, war bis auf die untere Schotterschicht abgenutzt. Schlaglöcher, die hast du noch nicht gesehen. Wenn am Berg mal ein Erdrutsch war und den Asphalt mit weggetragen hat, so liegt nun beides alles einfach auf die Seite geschoben und man fährt auf dem was noch übrig geblieben ist, Schotter, Stein und abfallende Ersatzteile von vorher gefahrenen Autos. Teilweise nur 2M breit, führte die Straße am Hang des Berges entlang, teils auch über einen schönen Nadelholzwald wo es hervorragend duftete, begleitet von einem teilweise ausgetrocknetem Bergfluss.

    Und dann erst die Aussicht... meine Fresse. Montenegro verkauft sich mit einem schönen Panorama und werbt dies auch mit Verkehrsschildern. Montenegro ist gegen Albanien ein Witz, scheinbar waren die noch nie hier. Mit Wörtern ist das gar nicht zu beschreiben. Klar, der Zustand von dem Weg war, ich muss es einfach so sagen, beschissen. Klar ist aber auch, eindeutig die schönste Strecke, mit den schönsten Aussichten die ich jemals selbst gefahren bin. Mir ist jetzt auch bewusst woher der schwarze Adler bei den Albanern auf der Flagge stammt. Die fliegen hier zwischen den Bergen rum und lassen sich vom Wind tragen, kein einziger Flügelschlag und majestätisch schöne große Vögel.

    Die ganze Fahrt auf dem Schrottweg begleitete mich ein zuvor nie dagewesene Neugier, denn nach jeder Kurve gab es wieder etwas Neues.

    Mir war auch klar, das ich auf die andere Seite von dem lang gezogenen und hohem Berg kommen muss und so gab ich weiter Gas.

    Auf der anderen Seite angekommen war dann alles wieder in Ordnung, eine sehr breit ausgebaute Straße im perfektem Zustand. Nun denn, die erste Polizeikontrolle... in ner 50er Zone laut Navi 80 auf der Uhr gehabt, hab mich schon drauf vorbereitet wie ich ihm etwas Bestechungsgeld anbiete und wo ich genau die 5€ Scheine für diesen Fall zur Seite gelegt habe. Der Geldbeutel muss immer leer sein, ansonsten schielt er rein und will noch mehr. Nen Fünfer wird wohl reichen. Die Sache verlief aber ganz anders, die Jungs wollten nur das Moped vom nahem sehen, haben etwas geplaudert. Der eine hatte noch selbst gepressten Apfelsaft mit Äpfeln aus seinem Garten und von seiner Frau gebackene Kekse angeboten, so hab ich dann ein paar Kekse verputzt, knapp 15 Minuten blabla und weiter ging´s, ich muss ja nach Griechenland.

    An der Grenze angekommen noch einmal getankt. Der Polizist von vorhin hat mich schon darauf hingewiesen das ich einen speziellen Corona Test brauche. Mein selbst ausgedruckter soll nicht ausreichend sein, Die Griechen verlangen einen Anderen. An der Tanke dann den ersten Kerl gefragt der für mich so aussah, als ob er mir Helfen könnte, zwei Telefonate und schon war eine Lösung gefunden, ein Arzt mit der entsprechenden Lizenz der mir den Zettel binnen Minuten anfertigen kann, prima.

    Hab den Übergang dann aber zuerst einfach so angefahren, vielleicht kann ich mich ja durchmogeln, hat bis dato ja auch immer geklappt.


    Pustekuchen... Game Over...


    Der Grenzübergang ist nur für Griechen oder Albaner mit einer griechischen Aufenthaltsgenehmigung gedacht. Na vielen Dank für den freundlichen vorherigen Grenzfutzi der mich hierher geschickt hat. 300km für Nichts... Die einzige Möglichkeit nach Griechenland zu kommen ist eine Grenze in Bulgarien, das heisst circa 1200km Umweg in Kauf nehmen... Ich hab die Schnauze voll. 1200km sind nicht 300km und ob sich das lohnt. Auch muss man einen Online Antrag stellen, nennt sich PLF und man muss auf die Genehmigung von den Griechen warten. Da der Übergang von Bulgarien nach Griechenland ja in der EU ist, reicht mein Perso, muss ja niemand wissen wo ich schon vorher war.

    Hab mich erst einmal im Hotel auf die Terasse gesetzt und zwei kalte Bier in mich rein gekippt. Ich bin schon soweit gekommen, da lasse ich mich nicht abwimmeln und nehme den Umweg in Kauf, komme was wolle und wenn ich die Grenze irgendwo im Wald überquere, innerhalb von der EU gibts ja auch keine Stempel mehr.


    Kazik braucht morgen früh auch ne kleinere Reparatur, die LiMa heult schrecklich, obwohl ich diese noch vor der Abfahrt komplett revidiert hatte und zur Not auch noch eine Ersatz dabei habe. Das passende Werkzeug und die Kugellager habe ich mit, also wird die Sache morgen früh erledigt, ist nicht meine liebste Arbeit, aber was muss, das muss.


    Zoomt mal die paar Bilder größer, da sieht man dann sehr gut de tolle Straße.

    Was die Autos anbelangt finde ich es auch lustig. Was in BiH eindeutig der Golf 2 und in Mazedonien der Yugo oder Zastiva war, ist hier der Mercedes-Benz. Egal welches Modell, bist du ein Albaner, fährst du Mercedes. So viele auf einem Fleck habe ich zuvor noch nie gesehen gehabt. Fragte dann auch ein paar Jungs wie das denn sein kann, die Autos selbst sind billig und dadurch das es hier so viele hat, findet man auch günstige Ersatzteile und jemanden der die Kisten auf Vordermann bringt.


    https://ibb.co/VHSR0sb

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    MfG Kappo

  • Das einzige Problem ist, das mir mein Motoröl bald alle ist, also wenn jemand einen Händler in Griechenland kennt der irgendeine SAE50 Brühe auf Lager hat dann bin ich über diese Information sehr dankbar. In Mazedonien und Albanien konnte mir niemand weiterhelfen, SAE30 stellt kein Problem dar, aber angesichts der heißen Temperaturen möchte ich beim SAE50 bleiben.


    MfG Kappo

  • Grüßt euch,


    heute gibt es nicht viel zu berichten. Knapp 500km abgespult und bin jetzt wieder in Mazedonien, genauer Bitola. Morgen geht es dann nach Bulgarien und Griechenland, alle notwendigen Dokumente sind ausgefüllt und vorhanden. Man muss sich vorab online registrieren, nennt sich PLF.


    Die LiMa war heute morgen binnen 30 Minuten wieder in Ordnung. Das Gehäuse hat sich nur verdreht gehabt und so standen die Lager etwas unter Spannung. Alles wieder passend montiert und läuft wieder nahezu geräuschlos, nur das Russentypische Surren.


    Das Wetter in Albanien war eine Qual, grelle und prallende Sonne, ich bin komplett verbrannt. Rot wie eine gekochter Krebs.

    Der Kazik hatte es auch sehr schwer, irgendwann fing das Benzin in den Vergasern an zu kochen und man konnte nicht mehr wirklich fahren. Musste also anhalten und die Sache mit Wasser abkühlen, hat nicht lange gewirkt. Also den 5L Benzinkanister in den Tank entleert und mit Wasser gefüllt und dann während der Fahrt abwechselnd die Vergaser und mich betröpfelt. Pausen gab es nur beim Tanken, ansonsten wurde nur Gefahren.


    Da ich keine gleiche Strecke zurück fahren wollte war ich ein paar Kilometer auch auf der albanischen Autobahn unterwegs. Die war noch besser als die in Polen, eine so gute Autobahn habe ich noch nie gesehen. Wer schon einmal in Polen war, der weiß wie perfekt man eine Straße bauen kann, Albanien setzt da noch einen drauf, Hut ab.


    Es war höllisch heiß, nur als Info. Meine Gläser vom Rücklicht sind mit Heißkleber verklebt. Dieser ist geschmolzen... dies dürfte viel erklären. Bin Fix und Foxi für heute. Morgen dann Bulgarien und Griechenland, knappe 300km. Hier, auf der adneren Seite vom Berg, ist ein sehr angenehmes Klima. Leichtes Jäckchen und man fühlt sich wohl.


    MfG Kappo

  • Hier ein kleiner Vergleich welches Umweg ich dank der verrückt gewordenen Griechen in Kauf nehmen muss,

    Der alte Plan im Vergleich zur neuen Fahrstrecke. De Strecke in GR wird noch mit Sicherheit variieren, werde dort auch kleinere Wege ansteuern und mir die kleinen Dörfchen mal genauer anschauen.


    Alt

    https://ibb.co/hDH8JCW


    Neu

    https://ibb.co/BV24rRC


    MfG Kappo

  • Moin Moin,


    hier mal eben der Bericht vom 12.09


    die Einreise in das erste EU Land, in diesem Fall Bulgarien verlief einfach, hatte mich vorher auf der bulgarischen Internetseite der Regierung informiert und es wurde auf einen negativen Corona Test hingewiesen, hab mir einen dementsprechenden ausgedruckt und fertig gelegt. Danach gefragt hat allerdings niemand. Bulgarien war für mich nur ein Transitland, war hier schon des Öfteren, von daher habe ich dort auch keine Zeit verbracht, etwas unter einer Stunde und ich war an der griechischen Grenze und was soll ich sagen? Ein Witz...

    Man muss zuerst online ein sogenanntes PLF Dokument ausfüllen und bekommen einen persönlichen QR Code. Griechenland, also das Land welches die Einreise vorab als alle schwierigsten gestaltet war bis dato das einzige Land wo die Zoll- und Grenzmitarbeiter nicht einmal eine Schutzmaske tragen.

    Der Test lief so ab, dafür war extra eine Dame eingestellt.

    Dame: "Are you cold?"

    Ich: "No"

    Dame: "Do you have PLF?"

    Ich: "Yes"

    Dame: "Do you have Corona Test?"

    Ich: "Yes"


    Sehen wollte die weder den QR Code, noch meinen Corona Test und ich hab mir damit doch soviel Mühe gegeben. Mit einem Grinsen überquerte ich dann die Landesgrenze und wollte mich für den ganzen Ärger mit einem Souvlaki und Ouzo prämieren. Das war aber gar nicht so einfach. Kilometerweit nur verlassene Tankstellen, leere Fabrikgebäude die vor sich hin gammeln, vertrocknete, braune und tote Felder. Das einzige Leben was ich gesehen habe waren ein paar Eidechsen die über die Straße liefen. Die Nebenstraßen sind alt, marode und sehr schlampig und notdürftig repariert. Kilometerweit nur gerade Strecken. Dann mal nach 50km nach links abbiegen und wieder folgt eine ewig lange gerade Strecke. Dann die erste Tanke angefahren die auch geöffnet hatte, man man man der Sprit 1,43€ je Liter, der Grieche lässt sich das gut bezahlen.


    Zur Tanke gehörte auch eine kleine Taverne, gefüllt mir Griechen wie ich sie kenne. Kleine Männerrunden ala 5-6 Mann an einem Tisch, lautstark wird über etwas diskutiert, jeder redet gleichzeitig, der eine lauter als der Andere, zeitgleich wird wild mit den Händen herum gefuchtelt. Die Mimik und Gestik war witzig und ich musste vor mich hin lachen.


    Das Klima war heftig, prallende Sonne, kein Schatten, kein Baum, nichts. Die einzige Abkühlung war das spritzende Klimaanlagen Kondenswasser von den vorbei fahrenden Autos, die allerdings nur gefühlt alle 30 Minuten an mir vorbei gefahren sind. Wie aus einem Wild West Film, Sonne, Wüste, leere Straße und ein Irrer auf dem motorisiertem Gaul.

    Neben mir saß ein älterer Herr der in aller Ruhe seinen Espresso genoss und genau so wie ich am Grinsen war. Es stellte sich heraus das ein Grieche war der 35 Jahre in Deutschland als Busfahrer gearbeitet hat, schon seit 2010 in Rente war und 2015 Deutschland verlassen hat und wieder in seine Heimat gezogen ist. So habe ich mit ihm 2 Stunden an einem Tisch verbracht, dazu kalte Bierchen und der Wirt brachte immer mal wieder einen Ouzo, setze sich mit an den Tisch, verwendete den Rentner als Dolmetscher und so saßen wir dann dort und erzählten über Gott und die Welt.


    So, ich muss weiter. Bin doch etwas angesäuselter als erwartet und so kann ich nicht fahren, war auf gut Deutsch gesagt ziemlich dicht. Am Straßenrand war dann ein Wassermelonen Händler, ich frage nach einer Halben, er suchte im großen Haufen eine nach seinem ermessen reife aus und schnitt mir diese in zwei Teile. Der Duft der mir in die Nase stieg war vorzüglich, setzte mich auf meinen Hintern, hab mir die Wassermelone eingeleibt und war dann wieder fit.

    Endlich, nach knapp 400km sah ich im Horizont Berge und kam denen sehr nah, na endlich mal etwas Abwechslung. Es ging dann 45km nur Berg auf, 2. oder 3. Gang, mehr brauchte man nicht, bzw. schaffte der Kazik nicht. Die Aussichten waren sehr überzeugend und ich freute mich, die Natur wieder schön grün, Tiere und die Straßen sind auch in einem guten Zustand.


    Nach nun 508km gefahrernen Kilometern bin ich auch in einem Hotel angekommen, ein kleines verschlafenes Dorf auf dem Berg. Wie aus dem Bilderbuch, Einwohner hat es hier knapp 5000, die Straßen eng und sehr steil, hab mehrmals überprüft ob Google Maps wirklich die richtige Route ausgesucht hatte, ein Wegchen war so steil das ich nahezu mit Vollgas und schleifender Kupplung hoch gefahren bin, er hat es ansonsten einfach nicht gepackt.


    Das Hotel wird von einer Familie betrieben, die von der Regierung sehr strickte Regeln vorgeschrieben bekommen haben und sich daran gehalten haben, jeder trug Masken, alles wurde desinfiziert, sowohl meine Mitbringsel, als auch das was mir angeboten wurde. Vorbildlich dachte ich, da könnten die anderen Grenze auch was von lernen. Gedauert hat das Theater keine 15 Minuten, dann war es wieder allen Wurscht und wir haben aus dem gleichen Glas einen Brandwein, den der Hausherr selbst herstellt gekostet und den schönen warmen Abend genossen. Man tauschte sich aus und es herrschte ein angenehmes Klima mit interessanten Gesprächen zwischen der Familie und mir. Ja doch, ich fühle mich hier wohl. Die Preise sind zwar wieder höher angesetzt, dafür verläuft alle sehr zivilisiert ab. Man hat mir auch ein paar Sehenswürdigkeiten gezeigt die ich unbedingt besuchen muss und das mache ich heute auch.


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    MfG Kappo